Drohne mit Sprengladung auf Flughafen Leipzig entschärft

Nach dem nächtlichen Drohnenalarm auf dem Flughafen Leipzig/Halle haben Spezialisten der deutschen Bundespolizei eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt.

Kriminaltechniker der Polizei bereiten den Einsatz eines Sprengroboters in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs auf dem Flughafen Leipzig/Halle vor.
APA/dpa/Hendrik Schmidt

Politisches Motiv nicht ausgeschlossen

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernahmen die Ermittlungen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb ist auch das PTAZ im Einsatz, hieß es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.

Zweites Flugobjekt kollidierte mit Frachtflugzeug

Nach Angaben des LKA wurde die Drohne mit der Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ von einem Mitarbeiter des Flughafens gefunden. Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem es wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete. Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden, hieß es.

Sachsens Innenminister Armin Schuster sprach von einem „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“. Deshalb ermittelten Landes- und Bundessicherheitsbehörden unter Hochdruck Hand in Hand. Unter anderem seien das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) und die Drohnenabwehr der Bundespolizei involviert. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbrach wegen des Vorfalls seinen Urlaub. Es werde eine große Lagebesprechung mit Schuster und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern geben.

CDU-Politiker vermutet Russland hinter Vorfall

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter vermutet nach eigenen Angaben Russland hinter der mit Sprengstoff bestückten Drohne, die in Leipzig gefunden wurde. „Die Bedrohung für Deutschland durch von Russland gesteuerte hybride Angriffe halte ich für gravierend“, sagte Kiesewetter der Zeitung „Augsburger Allgemeine“ einem Vorabbericht zufolge. „Auch bei dem versuchten Drohnenangriff am Leipziger Flughafen gehe ich von einem gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland, aus.“