Ein Löschflugzeug wirft Wasser ab, während sich ein Waldbrand in der Nähe von La Adrada in der Provinz Ávila ausbreitet.
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Spanien Großfeuer bei Madrid sind "nicht zu löschen"

Stand: 25.07.2026 • 14:23 Uhr

In Spanien scheint die Lage der Einsatzkräfte im Kampf gegen das Feuer immer aussichtsloser: Die Brände in der Region Madrid sind nach Einschätzung des Katastrophenschutzes nicht zu löschen. Eine weitere Ausbreitung droht.

Die schweren Waldbrände nahe Madrid sind weiterhin nicht unter Kontrolle. Laut dem spanischen Innenministerium wurden alleine im Raum der Hauptstadt rund 35.000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser und Wohnungen aufgefordert.

Das dortige Großfeuer sei "auf seinem Höhepunkt" und derzeit "nicht zu löschen", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Carlos Novillo. Wegen des zurzeit starken Windes könne sich der Brand weiter ausbreiten.

Unter den insgesamt 70.000 in Sicherheit gebrachten Menschen waren nach Angaben des spanischen Innenministeriums auch 5.000 Urlauber auf einem Campingplatz. Hinzu kommen nach Berichten spanischer Medien unter Berufung auf das Innenministerium mehr als 20.000 Menschen, die wegen der Brände ihr Zuhause nicht verlassen können.

Schlimmster Brand in der Geschichte der Region

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sprach vom "schlimmsten Brand in der Geschichte" der Region Madrid und von einer "Katastrophe". Zwei der drei Brände westlich der spanischen Hauptstadt waren nach Behördenangaben bereits zu einem Großfeuer verschmolzen. Dieses zog auf die Gemeinde Navas del Rey zu, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, und stand örtlichen Vertretern zufolge kurz davor, sich mit einem weiteren Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und León zu verbinden.

Ein weiteres Feuer in Ávila, etwa 90 Kilometer westlich von Madrid, droht sich nach Behördenangaben jetzt ebenfalls mit den anderen Großfeuern zu verbinden. Bislang sind allein dort nach Daten des Innenministeriums bis zu 15.000 Hektar Fläche verbrannt.

Für Madrid selbst besteht nach Angaben des dortigen ARD-Studios zurzeit keine Gefahr. Allerdings ist der Himmel über der Stadt orange, es riecht in großen Teilen der Stadt nach Feuer, auf dem Boden sammelt sich Asche.

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Kristina Böker, ARD Madrid, zu den schweren Waldbränden in der Region Madrid

tagesschau24, 25.07.2026 • 11:00 Uhr

Sánchez besucht Katastrophengebiet

Ministerpräsident Pedro Sánchez hat gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska das Einsatzzentrum in Cenicientos bei Madrid besucht und nahm dort an einer Krisensitzung teil. Sánchez hatte von einer "dramatischen Situation" in mehreren spanischen Provinzen und in Nachbarländern gesprochen.

Angesichts des relativ frühen Zeitpunkts der Brände im Jahr sprach Sánchez von einem "Klimanotstand". Normalerweise ist der September der kritischste Monat in Bezug auf Waldbrände. Es stünde noch ein guter Teil des Sommers bevor, "dann werden wir sehen, dass sich der Klimanotstand zunehmend verschärft", warnte der Regierungschef.

Pedro Sánchez

Spaniens Ministerpräsident Sánchez besucht eine Einsatzzentrale der Feuerwehr im Dorf Cenicientos bei Madrid.

Ermittlungen und Festnahme

Im Zusammenhang mit dem Feuer in Ávila nahm die spanische Gendarmerie nach eigenen Angaben einen Mann fest. Wie die Guardia Civil weiter erklärte, soll er eine landwirtschaftliche Maschine in einem Gebiet eingesetzt haben, in dem dies wegen der Brandgefahr streng verboten war. Die dabei entstandenen Funken hätten vermutlich den Brand ausgelöst. Gegen einen weiteren Mann werde ermittelt.

Feuer von Guadalajara verliert an Intensität

Im nordöstlich von Madrid gelegenen Guadalajara entwickelte sich die Lage dagegen günstiger. Das Feuer hatte nach Angaben der Einsatzkräfte rund 32.000 Hektar erfasst, verlor aber an Intensität. Bewohner von 14 Gemeinden durften zurückkehren, die militärische Notfalleinheit zog sich zurück. Gelöscht war der Brand zunächst nicht.

Die Brände zwangen außerdem die US-Raumfahrtbehörde NASA zur Evakuierung einer ihrer drei weltweiten Bodenstationen für die Tiefraumkommunikation. Die Flammen seien über das Gelände in Robledo, rund 65 Kilometer westlich von Madrid, hinweggezogen, mögliche Schäden würden bewertet, sobald dies gefahrlos möglich sei, teilte die US-Behörde mit.

Die EU entsandte nach Angaben der Europäischen Kommission vier Löschflugzeuge nach Spanien und drei nach Frankreich, wo ebenfalls schwere Brände wüten.

Karte: Waldbrände in Frankreich und Spanien

Winde erschweren das Löschen

In der Nacht zu Samstag hatte die Feuerwehr zunächst von günstigeren Wetterbedingungen profitiert. Weniger Wind, eine höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen seien dem Einsatz zugutegekommen, teilte die Zentralregierung am Samstagmorgen mit.

Im Laufe des Wochenendes erwarten die Behörden jedoch aufkommende Winde, die den Kampf gegen die Waldbrände erschweren würden. Mit Böen von bis zu 60 Kilometern pro Stunde werde der Einsatz für die Feuerwehr am Samstag schwieriger, warnte das spanische Innenministerium.

Mit Informationen von Kristina Böker und Anna Mundt, ARD-Studio Madrid.

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 25.07.2026 | 11 Uhr

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