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"Natürlichen Fähigkeiten wiederherstellen"

US-Minister kündigt Testosteron-Test für Soldat*­innen ab 30 an

Donald Trumps Verteidigungsminister hat eine neue Idee, wie er seine Soldat*innen kriegerischer machen kann – mit Testosteron-Tests. Sachverständige sind aber skeptisch.


Na Jungs, habt ihr alle auch genug Testosteron in euch? (Bild: 1 U.S. Army 126PAOC by Sgt. Ashley Gillons Terpsma / wikipedia2)

Ab dem Alter von 30 Jahren sollen in den USA künftig die Testosteronwerte von Soldatinnen und Soldaten getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X3 an. Hegseth sprach dabei konkret von "service members", was auch Soldatinnen mit einschließt, die 18 Prozent des US-Militärs ausmachen.

Für Soldat*innen unter 30 sei der Test aber freiwillig. Eine Behandlung wird demnach im Fall eines festgestellten Testosteronmangels empfohlen, ist jedoch keine Pflicht.


Pete Hegseth verkündet stolz, dass er jetzt Chef des "hoch-testosteron-gesteuerten Kriegsministeriums" ist (Bild: X)

Hegseth begründete die Maßnahme damit, dass der "einzelne Kämpfer" immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer "heiligen Pflicht", diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldat*innen zu optimieren, folgerte Hegseth. Mit den Tests soll ihm zufolge sichergestellt werden, dass sie über "die richtigen Testosteronwerte" verfügen, um Bestleistung zu erbringen. Der Pentagon-Chef verwies in dem Zusammenhang darauf, dass der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter oft auf natürliche Weise sinke.

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Hegseth will "natürliche Fähigkeiten" optimieren

An die Soldat*innen gewandt sagte Hegseth: "Bei dieser Initiative geht es nicht um künstliche Verbesserung, sondern darum, eure natürlichen Fähigkeiten wiederherzustellen und zu optimieren, (…), und sicherzustellen, dass ihr über die biologische Grundlage verfügt, die notwendig ist, um den Kampf durchzuhalten."

Viele Ärzt*innen kritisieren die Maßnahme als "nicht evidenzbasiert". Denn eigentlich empfehlen medizinische Leitlinien, Testosteronwerte nur dann zu testen, wenn konkrete Symptome vorliegen. Zudem schwankt der Testosteronspiegel im Tages- und Wochenverlauf stark, was flächendeckende, einmalige Jahrestests unzuverlässig macht. Auch die Einbeziehung von Soldatinnen wird kritisiert, die einen völlig anderen Hormonhaushalt haben.

Der Pentagon-Chef treibt seit seinem Amtsantritt Veränderungen in seinem Ministerium voran, das die US-Regierung inzwischen "Kriegsministerium" nennt. Immer wieder beschwört Hegseth einen Kriegerethos im Militär – genau wie das Idealbild eines traditionell männlichen Kämpfers. Aus diesem Grund schloss sein Ministerium trans Personen vom Dienst an der Waffe aus und ließ ein Kriegsschiff, das nach einem schwulen Veteranen benannt worden war, umbenennen (queer.de berichtete4).

Im vergangenen Jahr verkündete er etwa neue Fitnessstandards. Wer die "körperlichen Standards auf männlichem Niveau für Kampfpositionen" nicht erfülle, sich nicht rasiere oder professionell aussehen wolle, für den sei es Zeit für eine neue Position oder einen neuen Beruf, hob er damals hervor. (dpa/cw)

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