Beim Christopher Street Day in Cottbus sind am Samstag hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Die Organisatoren sprachen am Abend sogar von mehr als 1.200 Teilnehmern.
Die bunte Parade verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und ist am Abend friedlich zu Ende gegangen. Ein Sprecher der Veranstalter berichtete zwar von einzelnen Beobachtern aus dem rechten Umfeld, es habe aber keine Angriffe oder Gegendemonstrationen gegeben. Laut Polizei waren auch keine Gegenveranstaltungen angemeldet.
Der Umzug, der für die Akzeptanz queerer Lebensweisen wirbt, hatte unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden, weil es in Cottbus zuletzt mehrere mutmaßlich rechtsextreme Übergriffe gegeben hatte. In diesem Jahr stand der CSD in Cottbus unter dem Motto "In Vielfalt verbunden - United in Pride" [csd-cottbus.info].
Mitorganisatorin lobt Sicherung des CSD durch die Polizei
Miss Cherry Moonlight, Mitorganisatorin des CSD Cottbus warb für mehr Sichtbarkeit für Queerness. Dem rbb sagte sie: "Wir brauchen Menschen, die Gesicht zeigen, die den Regenbogen zeigen und die zeigen: Diese Welt ist vielfältig und bunt und Cottbus ist so liebevoll."
Sie lobte die Unterstützung und Absicherung durch die Polizei: "Wir werden beschützt, das ist ganz klar." Sonst sei es für sie in der Stadt "ziemlich unsicher": "Wenn mal nicht gerade CSD ist, muss man schon bisschen aufpassen: Wo laufe ich lang? Was mache ich? Wie bin ich angezogen?"
Grußwort von Ministerpräsident Woidke
Vor der Demonstration sprach Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Teilnehmern seinen Respekt aus. "Allen, die heute beim CSD in Cottbus für Vielfalt, Toleranz und eine offene Gesellschaft auf die Straße gehen, gilt mein aufrichtiger Dank und mein großer Respekt", sagte Woidke laut einer Mitteilung der Staatskanzlei. Gerade nach den jüngsten Angriffen sei es "wichtiger denn je, Haltung zu zeigen und Rechtsextremismus, Hass sowie Menschenfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten".
Zwei unbekannte Männer hatten vergangene Woche Molotow-Cocktails auf ein alternatives Wohnprojekt geworfen. Zudem wurde an der Geschäftsstelle der Grünen eine Scheibe zerstört. Diese Gewaltfälle lassen sich in eine Serie mutmaßlich rechter Straftaten aus den Vormonaten auf alternative Wohnprojekte einreihen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 11.07.2026, 13:00 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 11.07.2026, Dorothea Echte, Axel Hoffmann