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Brandenburg
Queerfeindliche Gewalt: Am häufigsten wird Cottbus als Tatort genannt
Wegen ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung werden Menschen in Brandenburg immer wieder angegriffen. Laut Ministerium trauen sie sich zunehmend, die Attacken auch anzuzeigen.
Symbolbild: Flagge des Bundeslands Brandenburg (Bild: IMAGO / CHROMORANGE)
- 5. März 2025, 03:41h 2 Min.
Wieder gibt es in Brandenburg mehr Strafanzeigen wegen Übergriffen aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Die Zahl stieg von 61 im Jahr 2023 auf 84 im vergangenen Jahr, wie das Innenministerium in Potsdam auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Noack (PDF1) mitteilte. Im Jahr 2022 hatte die Polizei erst 27 Fälle registriert. Alle diese Delikte gelten demnach als politisch motiviert.
Der deutliche Anstieg der Anzeigen könnte laut Ministerium unter anderem auf ein "verändertes Anzeigeverhalten der Geschädigten" zurückzuführen sein. Ähnlich hatte das Ministerium auch die Zunahme der angezeigten Straftaten im Jahr davor begründet.
Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigungen angezeigt
In fünf Fällen kam es den polizeilichen Angaben zufolge im vergangenen Jahr zu Körperverletzungsdelikten, darunter zu zwei gefährlichen Straftaten. 15 Anzeigen betrafen Sachbeschädigungen, 9-mal ging es um den Vorwurf der Volksverhetzung. Auch 7 Diebstähle wurden angezeigt. Weitere Straftaten betrafen unter anderem Beleidigungen, Nötigungen und das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen.
Eine verlässliche Aussage zur Dunkelziffer dieser Straftaten ist nach Ansicht der Landesregierung nicht möglich. Früheren Angaben zufolge gehen die Ermittler*innen davon aus, dass nur etwa jede dritte Gewalttat bei der Polizei angezeigt wird.
Die Tatorte erstrecken sich über ganz Brandenburg
Bei den Delikten etwa gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, trans, inter und nichtbinäre Menschen handelt es sich um vorläufige Angaben, die sich durch Ermittlungen in anderen Fällen noch erhöhen könnten, wie es hieß. So hatte es zum Beispiel für das Jahr 2023 zehn Nachmeldungen gegeben.
Die Tatorte erstreckten sich über ganz Brandenburg. In Cottbus ereigneten sich mit 19 Straftaten allerdings fast doppelt so viele wie in Potsdam mit 10 Fällen. Zu 4 Delikten kam es in Brandenburg an der Havel. Als einzige kreisfreie Stadt Brandenburgs taucht Frankfurt (Oder) in der Polizeistatistik über die Strafanzeigen nicht auf. (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Die Antwort auf die Kleine Anfrage als PDF1
Links
- https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w8/drs/ab_0500/575.pdf













