In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben zehntausende Menschen an der ersten Pride-Parade seit der Abwahl des rechtsnationalistischen Regierungschefs Viktor Orbán teilgenommen. Orbáns Regierung hatte die Demonstration in Budapest im vergangenen Jahr unter anderem mit Verweis auf ein Anti-LGBTQ-Gesetz aus dem Jahr 2021 untersagt. 2025 war das Gesetz noch strenger geworden.
Die Veranstaltung für die Rechte queerer Menschen fand trotz der hohen Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius statt. Die Organisatoren hatten besonders gefährdete Menschen aufgerufen, zu Hause zu bleiben und die Parade im Internet zu verfolgen. Die Teilnehmerzahl habe zwar unter der vom Vorjahr gelegen, doch sei die Menge größer als in den Jahren vor 2025 gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Journalisten vor Ort. Damals hatten sich jährlich etwa 35.000 Menschen an der Demonstration beteiligt.
Mehr als 200.000 im Vorjahr trotz Verbot bei Pride-Parade
2025 nahmen mehr als 200.000 Menschen an der Parade teil. Unter dem Grünen-Bürgermeister und Gegner Orbáns, Gergely Karácsony, hatte die Demonstration trotz des Verbots stattgefunden. Im Januar 2016 wurde daraufhin Anklage gegen Karácsony erhoben. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage Anfang Juni jedoch fallen. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof im April geurteilt, dass die ungarischen Anti-LGBTQ-Gesetze gegen die EU-Grundfreiheiten verstießen.
Die Lage für die LGBTQ-Community »verbessert sich vor allem aufgrund des Regierungswechsels immer weiter«, sagte eine Teilnehmerin, die aus dem Süden des Landes für die Parade angereist war.
Ungarns neuer konservativer, proeuropäischer Ministerpräsident Péter Magyar, der Orbán im Mai nach 16 Jahren als Regierungschef ablöste, hat sich einerseits zwar regelmäßig für Gleichberechtigung und Versammlungsfreiheit ausgesprochen. Zur Pride-Parade äußerte er sich bislang jedoch nicht. Auch Schritte, um die unter Orbán in Kraft getretenen Anti-LGBTQ-Gesetze aufzulösen, unternahm Magyar bislang nicht.
»Wir haben deutlich gemacht, dass unserer Ansicht nach jeder frei ist, zu lieben, wen er will, und mit wem er will zu leben, solange er nicht gegen das Gesetz verstößt«, sagte Magyar zuletzt Anfang Juni zum Thema Eheschließung und Adoption für gleichgeschlechtliche Paare. »Wenn der Wunsch besteht, dass wir diese gesellschaftlich und politisch sensiblen Themen ansprechen, sind wir offen für eine Debatte darüber«, sagte er weiter.
42 Kommentare
UstiNadLaben
Zum Gefallen Putins schloss Orban Ungarn den russischen Gesetzen gegen die von der Natur hervorgebrachten Minderheiten an. ...alles zum Schutz der Familie.... ja Herr Putin & Orban schon mal drüber nachgedacht das auch sexuelle Minderheiten in der Regel einer heterosexuellen Beziehung entstammen?
newsy
"Auch Schritte, um die unter Orbán in Kraft getretenen Anti-LGBTQ-Gesetze aufzulösen, unternahm Magyar bislang nicht."
Nun dann hoffe ich bekommt Ungarn nicht einen Cent EU Geld, solange nicht EU Grundrechte umgesetzt werden.
Mit jedem Tag den Ungarn Europäisches Recht bricht sollte zudem eine Strafzahlung fällig werden.
Weiterhin gehört Orban ja vor ein Gericht gestellt hat er ja EU Recht gebrochen und sich dafür nie verantwortet. Und da er ja jetzt auch nicht mehr Regierungschef ist, steht dem ja nichts mehr im Weg seine Immunität nicht aufzuheben.
TheEagle
Eigentlich ist es erst gut, wenn über solche Ereignisse nicht mehr berichtet werden muss, da es einfach irgendwo zwischen egal-normal ist, wer-wie-mit-wem…
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass man vor 40 Jahren da irgendwie weiter oder toleranter war: Freddie Mercury, Georg Michael, Boy George, David Bowei, da interessierte es nicht, ob die hetero-normativ waren oder sonst was…., die haben einfach geile Musik gemacht…
Ich frage mich wann und warum dieser Geist nicht weiterentwickelt, sondern eher zurückgedreht wurde….
Tom -_- S
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/mf
Nanola
2025 nahmen mehr als 200.000 Menschen an der Parade teil. Unter dem Grünen-Bürgermeister und Gegner Orbáns, Gergely Karácsony, hatte die Demonstration trotz des Verbots stattgefunden. Im Januar 2016 wurde daraufhin Anklage gegen Karácsony erhoben.
Da liegt wohl ein Tippfehler vor. 2016?
Nicht_du
Die angeblichen Kinderschützer die in Ungarn zum Verbot des CSD geführt haben gibt es auch in Deutschland.
Der angebliche Kinderschutz ist eine Homophobe Lüge.
Erstens:
Heterosexuelle zeugen nicht nur Heterosexuelle Kinder sondern auch die Kinder der LGBTQIA+.
Zweitens:
Wer meint Heterosexuelle Kinder würden durch Informationen oder Kontakt zur LGBTQIA+ in einen Zustand vollkommer Verwirrung zur eigenen sexuellen Veranlagung verfallen, sollte mal sein Verhältnis und den Blick auf die eigene Heterosexuallität hinterfragen, denn eigentlich beschreibt man seine eigene Sexualität als jederzeit verwirrbar und beleidigt alle anderen Heterosexuellen als zu blöd die eigene Sexuelleveranlagung zu kennen.
Das Argument Kinder würden in Schulen durch die angeblich Ideologie belästigt es wäre nicht der richtige Ort ist vollkommer Blödsinn, nur die Anatolien dürften das wird behauptet. Die selbsternannten Kinderschützer beschäftigen sich nämlich mit keinerlei Statistiken über kindeskindesmissbrauch, denn wenn diese das würden, würden diese feststellen das die größte Tätergruppe in Sachen kindeskindesmissbrauch aus dem eigen Familien und Verwandenkreis kommt.
Das Argument der selbsternannten Kinderschützer spielt in die Hände der größten Gruppe von Kinderschändern.
Nur aufgeklärte und infomierte Kinder sind in der Lage die Grenzüberschreitung zum Missbrauch zu erkennen und sich zu wehren oder Hilfe zu holen.
ToNie1
So schön ist das Leben ohne Möchtegern-Diktator. Ich freue mich für die Leute und das Land.
Urobe von Flake
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/tba