Kabel testen: So gut ist Ihr USB-C-Kabel wirklich
Um Angaben auf dem billigen USB-C-Kabel zu prüfen, lohnt der Kauf eines teuren USB-Testers meist nicht. Aber dafür gibts doch auch eine App, oder?
(Bild: Melissa Ramson / heise medien)
USB-C-Kabel sind verglichen mit herkömmlichen USB-A/B-Kabeln superpraktisch: Der Stecker ist kleiner, passt in beiden Ausrichtungen in die Buchse und hält deutlich mehr Steckvorgänge aus. Das Kabel verträgt Ladeströme von 3 oder sogar 5 Ampere, überträgt Daten mit bis zu 20 oder 40 Gbit/s, was auch für die schnellsten externen SSDs locker reicht. Selbst als Videokabel zum Monitor lässt sich ein USB-C-Kabel verwenden.
Doch längst nicht jedes Kabel funktioniert in allen, prinzipiell möglichen Szenarien. Insbesondere – aber nicht nur – gilt das bei Billigware vom Grabbeltisch: Gerne sparen die Hersteller etwa an den Leitungen und verbinden nicht alle Kontakte zwischen den Steckern. Hat ein USB-2.0-Stecker nur 4 Kontakte, sind es bei USB-3.2 schon 9 und bei USB-C 24 Pins. Wegen der Steckersymmetrie von USB-C müssen viele Leitungen doppelt vorhanden sein, dazu kommen Adern für hohe Ströme und schnelle Daten sowie Kommunikationsverbindungen für Sonderfunktionen wie Power Delivery (PD) und DisplayPort-Video. Bei Ladekabeln verzichten die Anbieter oft auf die schnellen Datenkanäle – das sind acht Leitungen weniger. Billigladekabeln fehlt der für hohe Ladeleistungen nötige E-Marker-Chip.
Doch wie findet man heraus, ob ein Kabel das hält, was der Verkäufer verspricht? Die Kabeldicke könnte als Indiz für ein voll beschaltetes USB-C-Kabel gelten, ist aber keinesfalls ein Beweis. Steht indes „40 Gbps“ auf dem Kabel oder der Blisterverpackung, darf man als Kunde vom Vorhandensein der schnellen Datenleitungen ausgehen, oder bei „100 W“ und „240 W“ von einem E-Marker-Chip, der das Kabel als 5-Ampere-tauglich ausweist. Kontrollieren lässt sich das mit dem Treedix TRX5-0816 Kabeltester, der als Durchgangsprüfer die Leitungen eines angeschlossenen USB-Kabels misst und im Klartext die USB-Version anzeigt. Da er auch einen vorhandenen E-Marker ausliest, meldet der Tester zudem die mögliche Ladeleistung: PD 3.0 (100 Watt bei 5 Ampere und 20 Volt) oder PD 3.1 (240 Watt bei 5 Ampere und 48 Volt). Doch will nicht jeder 50 Euro für den praktischen Kabeltester ausgeben, nur um zwei, drei Kabel zu überprüfen.
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