In Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) ist am Montag eine Aktionswoche zum Gedenken an das Neonazi-Opfer Noël Martin eröffnet worden.
Der britische Bauunternehmer mit jamaikanischen Wurzeln war vor 30 Jahren, am 16. Juni 1996, in Mahlow bei einem brutalen Angriff von zwei Neonazis so schwer verletzt worden, dass er danach querschnittsgelähmt war. Mit zahlreichen Veranstaltungen soll in der Kommune bis Sonntag daran erinnert werden. Höhepunkt ist eine zentrale Gedenkveranstaltung am Dienstag mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).
Täter warfen Stein durch Autoscheibe
Brandenburgs Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Johannes Wagner, sagte bei der Eröffnung, der Anschlag habe auf erschütternde Weise verdeutlicht, wozu Rassismus letztlich führe. "Auch heute sind Rassismus und Rechtsextremismus keine abstrakten Probleme, sondern bittere Realität", mahnte Wagner. Rechtsextremismus und Intoleranz gefährdeten das Zusammenleben als Gesellschaft. Die Politik sei deshalb auf die Mitwirkung aller angewiesen, denen ein friedliches, weltoffenes Brandenburg wichtig ist.
An dem Gedenken in Blankenfelde-Mahlow nimmt auch der Sohn des 2020 an den Spätfolgen des Angriffs gestorbenen Noël Martin, Negus Martin, teil.
Bei dem rassistischen Angriff verfolgten die Täter das Auto des Briten und warfen einen Stein durch die Scheibe, sodass Martin gegen einen Baum prallte. In der Folge war er auf intensive Pflege angewiesen. Trotzdem engagierte er sich bis zu seinem Tod für Verständigung und gegen Rassismus.
Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 15.06.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell, 15.06.2026, Heike Hartung und Boris Hermel