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Queere TV-Tipps
Heute (Do., 11. Juni 2026)11:50 Uhr, 3sat
Pink Lake – Vielfalt am Wörthersee
Dokumentation, AT 2025
Seit 17 Jahren ist das Pink Lake Festival ein Fixpunkt am Wörthersee, für die internationale queere Community. Etwa 2.000 Menschen, vorwiegend Männer aus Österreich und Deutschland, kommen auch heuer wieder zum größten LGBTIQ-Festival dieser Art in Österreich.
Die Dokumentation aus dem Landesstudio Kärnten soll die Vielfalt dieser touristischen Großveranstaltung zeigen, auch die positiven Auswirkungen auf die Region und die Denkmuster der Menschen.
Die Vergangenheit war für die Regenbogen-Community nicht einfach, der Schmerz von Verfolgung und Verurteilungen sitzt tief. Mittlerweile wurde aber viel erreicht, Festivals wie diese sollen auch dazu beitragen, dass Verbesserungen erhalten bleiben. Es geht den Teilnehmenden vorwiegend um Gleichberechtigung, Akzeptanz und die Freiheit, so zu leben, wie sie es wollen. 25 Uhr, One
Parallele Mütter
Spielfilm, ESP 2020
Die erfolgreiche Fotografin Janis und die jugendliche Ana, die sich ein Zimmer im Krankenhaus teilen, freunden sich miteinander an. Beide bringen ihr erstes Kind zur Welt. Es wird zur seelischen Zerreißprobe, als die Fotografin herausfindet, dass in der Klinik ihr Baby und das ihrer Freundin Ana vertauscht wurden. Raffiniert verflechtet der Film die Schicksale der beiden Frauen und begibt sich auf die Suche nach den Schatten der Vergangenheit.
In "Parallele Mütter" kreuzen sich im Kreißsaal die Wege zweier Frauen. Janis, eine etablierte Fotografin, und Ana, ein Teenager, bekommen beide ihr erstes Kind. Später entdeckt Janis, dass ihre Babys im Krankenhaus vertauscht wurden.
Almodóvar erzählt von unterschiedlichen Facetten des Mutterseins. Janis lernt den Anthropologen Arturo kennen und bittet ihn um Hilfe in einer Familienangelegenheit: Sie will die Überreste ihres Urgroßvaters ausgraben, der Opfer der Franco-Diktatur war. Dabei entsteht zwischen den beiden eine Affäre und Janis wird schwanger. Dann ist da Teresa, die Mutter von Ana, die sich selbst als "unfähig zur Mutterschaft" bezeichnet. Nach der Scheidung musste sie auf ihre Tochter verzichten und nimmt erst über deren Schwangerschaft wieder Kontakt zu ihr auf. Zugleich ist Anas konservativer Vater der Überzeugung, dass man die Toten in den Massengräbern in Ruhe lassen und keine alten Wunden aufreißen sollte. Die Vergewaltiger seiner minderjährigen Tochter will er auch nicht anzeigen, da er einen Skandal in der Stadt fürchtet.
Auch Arturo, der sich der Suche nach der Wahrheit verschrieben hat und mit Leib und Seele nach den Opfern der Diktatur fahndet, ist nicht imstande, seiner krebskranken Ehefrau von seiner neuen Liebe zu Janis und dem gemeinsamen Kind zu erzählen. Janis schafft es nicht, mit Ana über das Geheimnis um das Schicksal ihrer beider Kinder zu sprechen. Almodóvar bricht in seinem Film Spaniens Schweigen über die Franco-Vergangenheit auf.
Almodóvars Stil ist unverkennbar, auch in diesem Werk. Die bis ins kleinste Detail stilisierte Ausstattung, die Palette leuchtender Farben – von Kameramann José Luís Alcaíne virtuos ins Bild gesetzt. Die sinfonische Musik von Alberto Iglesias. Der Film feierte 2021 Premiere und erhielt zahlreiche Filmpreise, auch zwei Oscarnominierungen für Penélope Cruz und Alberto Iglesias.
Der schwule Regisseur und die guten Mütter (10.03.2022)1
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Hape Kerkeling – Total normal
Doku, D 2024
Der 90-minütige Dokumentarfilm "Hape Kerkeling – Total normal" lädt zu einer filmischen Reise in den beruflichen und persönlichen Kosmos von Hans-Peter Kerkeling, zu Freunden und Feinden – und zu den wichtigsten Stationen seines Lebens und seiner Karriere: vom Ruhrgebiet über Amsterdam bis zum Jakobsweg. Der Film ist auch eine unterhaltsame Tour durch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, in der Hape Kerkeling wie kaum ein anderer Fernsehgeschichte geschrieben – und sich dabei immer wieder neu erfunden hat.
Zu Wort kommen unter anderem Campino, Anke Engelke, Günther Jauch, Angelika Milster, Rosa von Praunheim, Tahnee, Isabel Varell, Otto Waalkes, Julius Weckauf und Judy Winter. 03:45 Uhr (12.06.), Phoenix
Glückskind
Doku, D 2022
"Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", mit diesem Filmtitel provozierte Rosa von Praunheim im Jahre 1971 die spießige, homophobe Mehrheitsgesellschaft. Weggefährt:innen wie der Zeichner Ralf König, die Produzentin Regina Ziegler und der New Yorker Publizist Brandon Judell würdigen den Künstler, der sich selbst als "Glückskind" sieht.
Auch wenn Rosa von Praunheim auf der von ihm ausgewählten Berliner Grabstätte zur Probe liegt und über sein Ende spricht – im Jahr seines 80. Geburtstags ist Rosa produktiv wie eh und je. Ein neuer Film – das Dokudrama über den Schlagerstar Rex Gildo -, ein neuer Roman mit dem Titel "Hasenpupsiloch" ein Musical, gestaltet nach Motiven aus seinem Film "Die Bettwurst". 150 Filme hat Rosa von Praunheim gemacht und damit immer wieder die spießige bis homophobe Mehrheitsgesellschaft provoziert. Aber er schont auch die eigene Community nicht, indem er vielen Schwulen vorwirft, angepasste Leisetreter zu sein; indem er einige prominente Homosexuelle gegen ihren Willen outete, machte er sich viele Feinde. Für die jüngere Generation von LGBTIQ-Aktivistinnen und -aktivisten ist Rosa von Praunheim zwar noch als Figur aus der Frühphase der queeren Bewegung bekannt, als weißer Cis-Mann findet er aber dort kaum Gehör. Rosa will aber nicht streiten und theoretisieren, sondern sich vor allem kreativ ausleben. Mal selbstverliebt, mal wütend und kämpferisch, mal ängstlich – und immer mit eigenem Stil.
Weggefährtinnen und Weggefährten wie der Zeichner Ralf König, die Produzentin Regina Ziegler und der New Yorker Publizist Brandon Judell würdigen den Künstler und Aktivisten Rosa von Praunheim, der sich selbst ein "Glückskind" nennt, weil er meistens das tun konnte, wozu er Lust hatte.
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Links
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=41393
- https://www.youtube.com/watch?v=DpXQB5tp2yo
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=43677
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