Ersthelfer nach tödlichem Schüler-Unfall in Dinslaken: „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen“

Ersthelfer versuchten noch, die verunglückten Schüler in Dinslaken zu retten – leider vergeblich. DER WESTEN hat mit ihnen gesprochen.

Blumen und Kerzen an der Unfallstelle in Dinslaken.
Trauernde haben Blumen und Kerzen an der Unfallstelle in Dinslaken abgelegt. Foto: Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Noch immer kann in Dinslaken niemand fassen, was an der Ecke Hagenstraße/ Feldstraße am Mittwochmorgen (27. Mai) passiert ist. Drei 12-Jährige waren auf dem Weg zur Schule, als ein Wagen in die Schülergruppe fuhr und zwei von ihnen tödlich verletzte.

Ersthelfer mussten den schlimmen Unfall mitansehen und eilten sofort zur Hilfe. Darunter ein Kioskbesitzer und eine direkte Nachbarin. Sie beobachtete alles von ihrem Fenster aus. DER WESTEN hat mit den Augenzeugen gesprochen.

Augenzeugen versuchen noch zu helfen

„Ich habe oben an meinem Fenster gesessen und hörte nur, wie ein Auto mit Vollgas ankam. Dann bin ich aufgestanden und habe gesehen, wie die Autofahrerin den ersten und zweiten Fahrradfahrer mitgenommen hat. Der erste Fahrradfahrer war so geistesgegenwärtig und ist vom Fahrrad heruntergesprungen und hat sich in Sicherheit gebracht“, schildert Monika Bienhaus die dramatischen Sekunden während des Unfalls.

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Das Auto kam erst zum Stehen, nachdem es in drei weitere Wagen schleuderte und anschließend gegen eine Hauswand prallte. Wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte, ist bislang unklar.

Monika Bienhaus in Dinslaken.
Monika Bienhaus ist eine der Augenzeugen und Ersthelfer des tragischen Schüler-Unfalls in Dinslaken. Foto: Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Während Ersthelfer sich um die am Boden liegenden 12-Jährigen kümmerten, betreute die 70-jährige Rentnerin den „nur“ leichtverletzten Jungen. „Ich habe mich mit dem Jungen auf die Bank gesetzt und die Kioskbesitzerin hat ihm etwas zu trinken gegeben. Er wollte immer wieder rüber“, erinnert sie sich. Bis zum Eintreffen der Eltern habe sie bei ihm gesessen.

Bilder, die nicht mehr aus dem Kopf gehen

Auch der Kioskbesitzer Sedat zittert noch am ganzen Körper, wenn er an den Unfall denkt. „Ich hab einen lauten Knall gehört und den ersten Jungen auf der Straße gesehen. Zusammen mit einem Polizisten haben wir uns aufgeteilt, um den Kindern sofort zu helfen, aber wir hatten auch Angst, etwas falsch zu machen. Wir haben dann versucht, die Straße abzusperren, damit keine Kinder mehr durchkommen und das sehen.
Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen“, sagt er gegenüber DER WESTEN.


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Auch Sylvia Guettari wollte helfen und hatte nur im Sinn, dass nicht noch mehr Kinder von dem Anblick traumatisiert werden – so wie sie selbst. „Ich habe gesehen, wie ein Kind reanimiert wurde. Dieses Gesicht kriege ich nicht mehr aus dem Kopf.“ Ihr habe es geholfen im Anschluss noch mit vielen anderen Müttern über das Unglück zu sprechen. Rund 24 Stunden nach dem Unfall kommt sie an den Ort des Geschehens zurück, um eine Kerze niederzulegen.

So wie viele weitere Menschen, die einen Tag nach dem tragischen Unfall in Dinslaken Kerzen, Teddys und Blumen am Tatort ablegten. Notfallseelsorger stehen den Menschen zur Seite.

In NRW ist das leider nicht die einzige Tragödie. Bei mehreren Badeunfällen sind über Pfingsten Kinder ums Leben gekommen.

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