Das österreichische Sicherheitsportal Mimikama warnt davor, dass Betrüger eine offizielle Microsoft-Mailadresse für Angriffe benutzen.
Mimikama schreibt: “Der Knackpunkt ist nicht eine frei erfundene Adresse, sondern ein offenbar missbrauchtes Microsoft-System. Offen bleibt, wie genau die Täter den Versand technisch auslösen“. Bereits seit Monaten verschicken die Cybergangster Mails über eine offizielle Microsoft-Adresse. Bei dieser missbrauchten Mailadresse handelt es sich um “msonlineservicesteam@microsoftonline.com”. Dabei handelt es sich also nicht um Spoofing, also nicht um das Vortäuschen einer echten Mailadresse.
In den Mails, die msonlineservicesteam@microsoftonline.com als Absendeadresse führen (hier auf Mastodon finden Sie einige Beispiele), verstecken die Betrüger Phishing-Links. Mitunter dienen diese Mails auch für den Versand von Spam. Mimikama erklärt:
Nach aktuellem Stand spricht einiges dafür, dass Kriminelle tatsächlich Nachrichten über eine echte Microsoft-Absenderadresse verschicken konnten. Gemeint ist also wohl kein bloß gefälschter Anzeigename. Beschrieben wird vielmehr ein Missbrauch eines legitimen Benachrichtigungssystems oder eines damit verbundenen Kontomechanismus.
Um diesen Betrugsversuch zu erkennen, reicht es also nicht, einfach nur den Mauszeiger über die Absenderadresse zu bewegen und dann darauf zu achten, welche tatsächliche Mailadresse Ihr Mailprogramm anzeigt. Sondern in diesem Fall müssen Sie den Betrug anhand des Inhalts der Mail erkennen.
So gehen Sie richtig vor
Klicken Sie keine Links aus der Mail an. Stattdessen öffnen Sie die gewünschten Microsoft-Dienste direkt über deren offizielle Website oder über deren App. Dort schauen Sie dann nach, ob es wirklich eine Warnung, Nachricht oder Kontobewegung gibt. Das rät Mimikama.
Sie erkennen die betrügerischen Mails beispielsweise an unpassenden Betreffzeilen, an seltsamen Formulierungen oder an Links zu fremden Domains. Misstrauen ist immer angebracht, wenn in den Mails Druck aufgebaut oder eine angeblich dringende Aktion von Ihnen verlangt wird.
Laut Mimikama ist derzeit unbekannt, ob ausschließlich neue Konten, bestimmte Workflows oder einzelne Benachrichtigungsfunktionen betroffen sind.
Techcrunch zufolge nutzt Microsoft die Mailadresse msonlineservicesteam@microsoftonline.com normalerweise für Hinweise zum Microsoft-Konto. Beispielsweise für den Versand von Sicherheitsmeldungen oder Codes.
Microsoft wurde informiert und untersucht derzeit diesen Phishing-Hinweis. Derzeit ist unbekannt, wie die Hacker diese echte Mailadresse ausnutzen können.
Für deutschsprechende Adressaten gibt es aber eine gute Nachricht: Die Gangster verschicken ihre Mails durchwegs in englischer Sprache. Wenn Sie also eine englischsprachige Mail von msonlineservicesteam@microsoftonline.com erhalten, sollten bei Ihnen die Alarmsirenen angehen.
Häufig gestellte fragen entdecken
- Welche Antiviren-Programme bieten mir einen zuverlässigen Schutz vor gefährlichen Phishing-Webseiten?
- Warum sind KI-generierte Phishing-Mails für mich heutzutage so schwer zu erkennen?
- Welche versteckten Warnsignale in E-Mails deuten auf einen Betrugsversuch hin?
- Was passiert, wenn ich die Anweisungen in diesen gefälschten Microsoft-Mails befolge?
- Wie überprüfe ich Microsoft-Sicherheitswarnungen sicher, ohne auf Links zu klicken?