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Kakaoproduktion: ein Überblick

Kakaopflanzen benötigen ein tropisches Klima, um zu gedeihen. Sie brauchen viel Wärme und Feuchtigkeit. Daher kann Kakao nur in wenigen Regionen weltweit rund um den Äquator angebaut werden. Etwa 70 Prozent des weltweiten Kakaos wird in westafrikanischen Ländern angebaut. Dort sind die Côte d'Ivoire und Ghana Hauptanbauländer. Nur knapp 18 Prozent der weltweiten Kakaoernte stammen aus Mittel- und Südamerika, der Ursprungsregion des Kakaos.

Grafik Hauptanbauländer allgemein

Circa 5,5 Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern gibt es weltweit. Zudem sichert der Kakaoanbau den Lebensunterhalt von etwa 14 Millionen Arbeiter*innen und deren Familien. Kakao wird überwiegend von Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut. 90 Prozent des Kakaoanbaus findet auf kleineren Parzellen von 2 bis 5 Hektar statt. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld ist ca. 1 Hektar groß. Und ein Landwirt in Deutschland bewirtschaftet durchschnittlich 65 Hektar.

 

Kakaoanbau ist harte Handarbeit ​

Der Kakaoanbau ist sehr arbeitsintensiv und beruht auf Handarbeit. Außerdem erfordert er kontinuierliche Pflege und Ernte: Der Kakaobaum blüht das ganze Jahr hindurch und entwickelt somit auch ständig Früchte. An ihm wachsen die großen Kakaoschoten, die von Hand von den Bäumen geerntet werden. Jede Kakaoschote enthält circa 20-50 Samen – die sogenannten Kakaobohnen –  die von einem süßen weißen Fruchtfleisch umgeben sind. Es braucht eine ganze Jahresernte eines Baumes, um ein halbes Kilo Kakao zu produzieren.

Der Kakaobaum ist zudem eine sehr empfindliche Pflanze, die schnell auf Wetterveränderungen reagiert und anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Nachdem die reifen Schoten geerntet wurden, werden sie mit Macheten geöffnet, um die Bohnen freizulegen. Danach werden die Bohnen über mehrere Tage fermentiert (vergoren), wodurch der Kakao sein typisches Aroma erhält. Anschließend werden die Bohnen getrocknet und in Säcke verpackt. Jetzt sind sie fertig zum Weiterverkauf an die Zwischenhändler.

Von der Ernte bis zum Transport

Öffenen Kakaoschote
© INKOTA-netzwerk | Nach der Ernte werden die Schoten geöffnet und die Kakaobohnen samt Fruchtfleisch herausgeholt.
Fermentation
© INKOTA-netzwerk | Nach der Ernte werden die Kakaobohnen für einige Tage fermentiert.
Die Kakaobohnen werden in der Sonne getrocknet
Ernte Packen
© INKOTA-netzwerk | Im Anschluss werden die Bohnen in Säcke verpackt und gewogen. Ein Kakaobauer lässt seine Ernte von den Zwischenhändlern wiegen.
Ernte Packen Transport
© INKOTA-netzwerk | Nun sind die Kakabohnen bereit für den Transport.

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Bis aus der bitteren Bohne Schokolade entsteht, ist es noch ein langer Weg: Zwischenhändler kaufen die Säcke mit den rohen Kakaobohnen und verkaufen sie an Exporteure.

Zwar ist die Côte d'Ivoire heute der größte Kakaoverarbeiter der Welt, die Fabriken zur Weiterverarbeitung gehören allerdings internationalen Unternehmen. Und ein großer Teil der Kakaobohnen wird nach wie vor nicht in den Anbauländern weiterverarbeitet. Vier große Unternehmen (darunter Barry Callebaut, Cargil und Olam) dominieren den Handel mit und die Vermahlung von Kakao. Zusammen kontrollieren sie etwa zwei Drittel der weltweiten Kakaoverarbeitung. In Fabriken auf der ganzen Welt verarbeiten sie den Kakao weiter.

Lieferkette
© INKOTA-netzwerk

In den Verarbeitungsfabriken werden die Bohnen zerstoßen und die Hüllen entfernt, danach werden sie geröstet und schließlich gemahlen. Das Ergebnis – die Kakaomasse – wird zur Herstellung von Schokolade verwendet, oder zu Kakaobutter und Kakaopulver weiterverarbeitet. Die finale Herstellung der Schokoladentafeln und anderer Produkte erfolgt dann durch die Schokoladenunternehmen in den Konsumentenländern.

Aus der Ernte eines Kakaobaumes in einem Jahr können bis zu 40 Schokoladentafeln á 100 Gramm herrgestellt werden - je nach Kakaogehalt.

 

Mehr Informationen:

  • Infoblatt 1 - Die bittere Wahrheit über Schokolade

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