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Hessen
Unbekannte verbrennen Regenbogenfahne in Mörfelden-Walldorf
Die Stadt Mörfelden-Walldorf hatte angesichts des IDAHOBIT eine Regenbogenfahne am Rathaus angebracht. Jetzt ist diese von Unbekannten zerstört worden. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der hessischen Stadt.
In Mörfelden-Walldorf haben es offenbar queerfeindliche Leute auf die Regenbogenfahne abgesehen (Bild: 1 Scarlet Sappho / flickr2)
- Heute, 13:59h 2 Min.
In der Nacht zum Dienstag haben Unbekannte eine vor dem Rathaus von Mörfelden (Landkreis Groß-Gerau) gehisste Regenbogenfahne vom Mast gerrissen. Wie die Polizei bekanntgab, wurde die Flagge später angebrannt in einem Mülleimer entdeckt. Die Flagge war anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBIT) gehisst worden. Mörfelden ist Teil der Doppelstadt Mörfelden-Walldorf nahe Rüsselsheim, in der 32.000 Menschen leben.
Zudem wurde in der Zeit zwischen Montagmorgen und Donnerstagnachmittag an einer mit Graffiti bemalten Wand in der ein paar Kilometer vom Rathaus entfernten Okrifteler Straße eine dort abgebildete Regenbogenfahne mit schwarzer Farbe übermalt. Die Polizei prüft aktuell einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten.
Die Ermittlungen hat der polizeiliche Staatsschutz des Polizeipräsidiums Südhessen wegen des Verdachts der Volksverhetzung sowie wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen. Die Behörde bittet um Unterstützung aus der Bevölkerung: Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer (06151) 969-0 bei den Ermittler*innen zu melden.
Bürgermeister ist entsetzt
Bürgermeister Karsten Groß (CDU) verurteilte die Tat aufs Schärfste und betont, dass ein derartiges Verhalten den Werten der Stadt widerspricht. "Wir bringen den Fall zur Anzeige", sagt der Rathauschef laut einer Mittelung3.
"Ein Angriff auf die Regenbogenfahne ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gemeinschaft", ergänzte Anette Keim vom städtischen Integrationsbüro. In der Stadt sei jeder willkommen – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Religion oder Weltanschauung.
Dabei handle es sich nicht um die erste Tat dieser Art in Mörfelden-Walldorf, teilte das Rathaus weiter mit. In der Vergangenheit sei ein Graffiti im öffentlichen Raum, auf dem auch eine Regenbogenfahne zu sehen ist, mehrfach beschmiert worden. Auch der sogenannte "Regenbogenkreisel", ein Kreisverkehr am Alpenring, wurde mit Farbe beschmiert. "Die Stadtverwaltung nimmt den Vorfall sehr ernst und wird alle Maßnahmen unterstützen, die zur Aufklärung beitragen", erklärte Bürgermeister Groß weiter.
Die Regenbogenfahne steht als Symbol der queeren Community derzeit besonders unter Druck. Die AfD fordert schon länger ein Verbot der Fahne zu bestimmten Anlässen (queer.de berichtete4). Auch aus der Union gibt es Unterstützung dafür: So hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner nach dem Regierungswechsel 2025 das Hissen der Regenbogenfahne zum CSD Berlin untersagt – und verteidigt das Verbot seither kompromisslos (queer.de berichtete5). (cw)
Links
- https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
- https://www.flickr.com/photos/skinnylawyer/9205483068/
- https://www.moerfelden-walldorf.de/de/aktuelles/presse/2026/mai/regenbogenfahne-beschaedigt-und-angezuendet-buergermeister-verurteilt-tat-scharf/
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=57367
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=58044













