Alican Uludag
Player: audioTürkisches Gericht ordnet Freilassung des DW-Reporters Alican Uludag an
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Prozess wird im September fortgesetzt DW-Journalist aus türkischem Gefängnis entlassen

Stand: 21.05.2026 • 20:12 Uhr

Der türkische Deutsche-Welle-Korrespondent Uludağ ist nach drei Monaten in Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß. Der Prozess wird aber fortgesetzt. Ihm droht wegen Präsidentenbeleidigung eine mehrjährige Haftstrafe.

Alican Uludağ, der türkische Korrespondent des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW), ist nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft freigekommen. Dies hat das Strafgericht in Ankara am ersten Prozesstag entschieden. Der Prozess soll nach Angaben seines Anwalts am 18. September fortgesetzt werden. "Wir werden den Kampf fortsetzen, bis alle inhaftierten Journalisten in der Türkei freigelassen sind", sagte Uludağ kurz nach seiner Entlassung.

Die Anklage wirft ihm Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und die Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen vor. Nach Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches drohen dem Korrespondenten wegen des Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung mehr als vier Jahre Haft.

Uludağ weist Vorwürfe zurück

Der Journalist hatte sich unter anderem kritisch dazu geäußert, dass die türkische Regierung mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe "Islamischer Staat" frei ließ. Zudem warf er der türkischen Regierung Korruption vor.

Uludağ weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Er sei inhaftiert worden, um den Preis für seine journalistische Tätigkeit zu zahlen. "Mein Gewissen ist rein", zitierte ihn die Nachrichtenseite T24.

DW fordert Verfahrenseinstellung

DW-Intendantin Barbara Massing zeigte sich nun "sehr erleichtert, dass unser Kollege Alican Uludağ nach drei Monaten endlich freikommt und zu seiner Familie in Ankara zurückkehren kann". Der Journalist sei "grundlos in Haft" gewesen. Darum sei es beunruhigend, dass das Verfahren fortgesetzt werde. "Wir fordern, dass das Verfahren umgehend eingestellt wird - Alican Uludağ hat lediglich seinen Job als Gerichtsreporter gemacht", betonte Massing.

In der Türkei sitzen mehrere Journalisten in Haft. Laut Reporter ohne Grenzen belegt die Türkei derzeit Platz 163 von 180 auf der Rangliste der Pressefreiheit.

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Die Deutsche Welle (DW) ist Deutschlands internationale Rundfunkanstalt. Sie sendet nach eigenen Angaben in 32 Sprachen und erreichte 2025 wöchentlich 337 Millionen Menschen weltweit. Die DW ist öffentlich-rechtlich organisiert und wird aus Steuermitteln des Bundes finanziert. Weltweit arbeiten für die DW rund 4.000 Journalistinnen und Journalisten aus mehr als 140 Nationen.

Mit Informationen von Isabel Gotovac, ARD-Studio Istanbul

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Türkisches Gericht ordnet Freilassung des DW-Reporters Alican Uludag an | 21.05.2026 | 17:09 Uhr

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