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Festnahme in Miami Beach
Florida: Zwei deutsche Touristen haben Hakenkreuz auf Regenbogen-Sitzbank geschmiert
In Miami Beach sind zwei Deutsche verhaftet worden, weil sie ein Nazi-Symbol und die Botschaft "Adolf was here" auf eine regenbogenfarbene Sitzbank gekritzelt haben sollen. Sie haben die Tat bereits gestanden.
Die Polizei veröffentlichte dieses Bild der mutmaßlichen Täter (Bild: Miami Beach Police Department)
- Heute, 16:41h 3 Min.
Zwei deutsche Touristen im Alter von 58 und 63 Jahren sind am Montag in Florida festgenommen worden, nachdem ihnen vorgeworfen wurde, eine Sitzbank in Regenbogenfarben in der queerfreundlichen Stadt Miami Beach mit einem Hakenkreuz beschmiert zu haben. Sie sollen auch den Satz "Adolf was here" (Adolf war hier) auf die Bank geschrieben haben. Die Polizei veröffentlichte entsprechende Bilder. Die beiden Männer stammen aus Kleinstädten in Hessen: einer aus dem Wetteraukreis, der andere aus dem Landkreis Gießen.
Verdächtige legen Geständnis ab
Beamt*innen wurden demnach in den Lummus-Park gerufen, in dem die Bank steht. Nach Auswertung von Überwachungskameras konnten die beiden Männer sofort identifiziert und verfolgt werden. In dem Aufnahmen war zu sehen, wie einer von ihnen die Schmierereien anbrachte, während der andere offenbar versuchte, die Tat vor den Blicken der Öffentlichkeit abzuschirmen. Laut Polizei haben beide Männer während des Verhörs die Tat gestanden. Einer von ihnen habe erklärt, die Botschaft sollte ein "Witz" sein.
(Bild: Miami Beach Police Department)
Der 58-Jährige wurde am Dienstag wieder aus der Haft entlassen, der 63-Jährige am Mittwoch. Gegenüber "Local 10 News" entschuldigte sich der 63-Jährige für die Tat und erklärte: "Wir sind keine Nazi-Boys."
Einer der Verdächtigen im Interview mit einem Lokalsender (Bild: Screenshot Local 10 News)
Der nächste Gerichtstermin ist für den 28. Mai angesetzt. Die beiden Männer brauchen nun eine Genehmigung, bevor sie das Land verlassen dürfen.
Bürgermeister: "Miami Beach hat null Toleranz für Hass"
Steven Meiner, der parteilose Bürgermeister von Miami Beach, bezeichnete die Schmierereien als "schrecklich" und erklärte: "Miami Beach hat null Toleranz für Hass, Intoleranz und Antisemitismus." Die Täter würden "mit der vollen Härte des Gesetzes" bestraft werden. Meiner ist jüdisch und Chef der "Jewish Mayors Association" (Vereinigung jüdischer Bürgermeister), einer Initiative zur Bekämpfung von Antisemitismus.
Den beiden Verdächtigen droht nun eine Geldstrafe von bis zu 1.000 Dollar und/oder eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. Die Staatsanwaltschaft von Miami-Dade prüft derzeit auch, ob der Straftatbestand der Hasskriminalität erfüllt ist. Allerdings hätten die beiden nach augenblicklichem Ermittlungsstand "keine Absicht gezeigt", die Tat als Hassverbrechen zu begehen. Sollte sich die Einschätzung ändern, droht den Verdächtigen ein Strafmaß von bis zu 5.000 Dollar Geldstrafe und/oder bis zu fünf Jahren Gefängnis.
Außerdem müssen die Verdächtigen bei einer Verurteilung den Schaden ersetzen, der mit 200 bis 1.000 Dollar angegeben wird. Die Bank wurde inzwischen für Reparatur- und Lackierarbeiten entfernt und soll in Kürze wieder aufgestellt werden.
Die Regenbogen-Sitzbank im Lummus-Park wurde erst im April aufgestellt. Damit wollte die liberale Stadt gegen Regenbogenverbote des Bundesstaates Florida protestieren. Der queerfeindliche Gouverneur Ron DeSantis geht seit Jahren gegen queere Sichtbarkeit vor – und hat die Entfernung vieler Regenbogen-Symbole angeordnet. Dazu gehört ein Gedenk-Zebrastreifen in Orlando, der an die 49 Toten beim Anschlag auf den queeren Club "Pulse" erinnerte (queer.de berichtete1). (cw)
Links
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=54772












