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Hamburg

Unbekannte greifen 19-Jährigen bei vermeintlichem Date an

Bei der dritten von der Polizei zum Wochenende gemeldeten mutmaßlich queerfeindlichen Gewalttat lockten Jugendliche einen jungen Mann in eine Falle.


Symbolfoto: Nach dem Polizeieinsatz vom Wochenende ermittelt das LKA zu dem Fall (Bild: 1 René Mentschke / flickr2)

  • Gestern, 18:46h 2 Min.

Eine Gruppe Unbekannter hat in Hamburg einen jungen Mann vermutlich aus homophoben Gründen angegriffen und verletzt. Der 19-Jährige hatte sich in der Nacht zu Samstag im südlichen Stadtteil Neugraben-Fischbek über eine App mit einem vermeintlichen Dating-Partner verabredet, wie die Polizei der Hansestadt am Mittwoch mitteilte.

Als er am vereinbarten Treffpunkt an der Ecke Am Aschenland/Geutensweg ankam, führte ihn der Unbekannte demnach zu einem Feldweg. Dort soll eine Gruppe von etwa fünf Männern auf den 19-Jährigen gewartet haben. Als diesem die mutmaßliche Gefahrensituation bewusst wurde und er sich zurück zu seinem Pkw begeben wollte, schlugen und traten mindestens zwei Angehörige der Gruppe unvermittelt auf ihn ein, so die Polizei. Eine Person habe hierbei auch einen schlagstockähnlichen Gegenstand genutzt.

Da sich ein Pkw näherte, ließen die Angreifer dem Polizeibericht zufolge kurzzeitig von dem Heranwachsenden ab, woraufhin es ihm gelang, sich in sein Auto zu retten. Wenig später habe ein grauer oder silberfarbener VW Polo neben dem Fahrzeug des Geschädigten gehalten. Nachdem aus diesem heraus noch eine Scheibe seines Pkw beschädigt worden sei, wären die Angreifer sowohl mit dem Kleinwagen als auch auf einem E-Scooter und zu Fuß geflüchtet. Das Auto soll hierbei über den Geutensweg in Richtung Cuxhavener Straße gefahren sein.

Zeug*innen gesucht

Der Geschädigte wurde mit leichten Verletzungen ambulant im Krankenhaus behandelt. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen mit mehreren Streifenwagen führten zunächst zu keinem Erfolg, so die Polizei. Der für Hasskriminalität zuständige Staatsschutz (LKA 73) übernahm die Ermittlungen.

Die Polizei bittet mögliche Zeug*innen und Hinweisgeber*innen, sich unter der Rufnummer (040) 4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder bei einer Polizeidienststelle zu melden. Die mutmaßlichen Täter würden allesamt beschrieben als circa 16 bis 20 Jahre alt, 170 bis 185 cm groß und "südländisch" aussehend. Eine Person habe einen auffälligen "Ziegenbart" getragen.

Zwei weitere Vorfälle

Anfang der Woche hatte die Polizei bereits zwei weitere mutmaßlich queerfeindliche Taten vom Wochenende gemeldet. Demnach hatte am frühen Samstagmorgen ein Unbekannter in einer S-Bahn nahe der Haltestelle Jungfernstieg eine trans Person und einen Begleiter beleidigt und geschlagen (queer.de berichtete3).

In der Nacht zum Sonntag wurden dann zwei sich küssende Teenager im Stadtteil St. Pauli aus mutmaßlich homophober Motivation gefilmt, beleidigt und geschlagen (queer.de berichtete4). Auch in diesen beiden Fällen bat die Polizei Zeug*innen, sich zu melden. (cw)

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