Krafttraining: »Wir haben Krafttraining zu kompliziert gemacht«
Das wohl wichtigste wissenschaftliche Papier zu Krafttraining wurde neu aufgelegt. Einer der Autoren erklärt, was überschätzt wurde – und wie man heute richtig trainiert.
Das American College of Sports Medicine hat sein Positionspapier zum Krafttraining nach 17 Jahren aktualisiert. Die Forschung zeigt, dass Krafttraining nicht nur für Bodybuilder relevant ist, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und die mentale Gesundheit verbessern kann. Trotzdem betreiben nur wenige Menschen regelmäßig Krafttraining, da es oft als einschüchternd empfunden wird. Die Fitnessindustrie fokussiert sich oft auf spezielle Trainingsprogramme, während die Wissenschaft betont, dass eine beständige Routine entscheidend ist. Empfohlen wird, mindestens zweimal wöchentlich alle großen Muskelgruppen mit hoher Intensität zu trainieren, wobei auch Training mit dem eigenen Körpergewicht effektiv sein kann.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Das 2009 veröffentlichte Positionspapier des American College of Sports Medicine (ACSM) gilt als umfassendste Analyse zum Thema Krafttraining, es wurde mehr als tausendmal zitiert. Für die Neuauflage hat Stuart Phillips, Professor für
Bewegungswissenschaften an der kanadischen McMaster University, mit
seinem Team 137
Übersichtsarbeiten mit insgesamt mehr als 30.000 Probanden ausgewertet.
DIE ZEIT: Herr Phillips, nach 17 Jahren hat das ACSM sein Positionspapier zum Krafttraining aktualisiert. Warum jetzt?
Stuart Phillips: Um ehrlich zu sein, war das längst überfällig. Wenn man 2009 in einer wissenschaftlichen Datenbank nach Studien zum Thema Krafttraining gesucht hat, erhielt man ungefähr 80.000 Treffer. Mittlerweile sind es an die 400.000. Die Zahl der Studien ist exponentiell gewachsen, genau wie das Interesse am Krafttraining im Allgemeinen. Es hat sich so viel Wissen angesammelt, dass wir dachten: Wir müssen dieses Positionspapier endlich mal auf den neuesten Stand bringen.
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