https://queer.de/?58021
"Danke für eure stabile Haltung"
1. FC Köln stellt queerfeindliche Kommentare an den Pranger
Zum IDAHOBIT zeigt der 1. FC Köln, wie viel Hass queerfeindliche Fußballfans verbreiten – und nennt die Autoren der Hassbotschaften beim Namen.
Auch zum Diversity Day zeigte der 1. FC Köln Flagge (Bild: IMAGO / Mika Volkmann)
- Gestern, 14:14h 3 Min.
Der Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat anlässlich des internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBIT) queerfeindliche Kommentare auf seiner Instagram-Seite veröffentlicht – und dabei auch die Instagram-Accounts genannt, von denen diese Hassbotschaften stammten. Für seinen Online-Pranger erhält der Verein viel Lob.
Zu den Messages, die der FC veröffentlichte, zählten Sätze wie: "Ihr seid die Hauptstadt der Schwulen" oder "Rot und weiß ist bunt genug". Ein Nutzer bezeichnete queere Menschen als "Ideologie", ein anderer wünschte sich einen "Herrscher wie H!tler". Ein weiterer zitierte die Bibel, um seine Abneigung gegen queere Menschen kundzutun. "Kommentare die einen erschütternd zurücklassen. Kommentare die zeigen, dass Homophobie leider noch existiert", schrieb der Verein dazu. Die Botschaft laute: "Lebe wie du bist und liebe wen du willst!"
|
Für die Aktion gab es viel Lob in den Kommentaren: "Danke, dass ihr die Namen genannt habt", schrieb ein Nutzer. Ein anderer erklärte: "Die Textenden zu verlinken ist richtig und wichtig."
"Nur zusamme sin mer stark!"
Auch der Cologne Pride lobte die Aktion: "Gerade in der heutigen Zeit ein gutes und wichtiges Statement", kommentierten die CSD-Organisator*innen. Dem Lob schloss sich auch der stadteigene Sponsor Rheinenergie an – mit einem Regenbogenemoji und einem Emoji, das Dankbarkeit symbolisiert. Selbst Prominente meldeten sich zu Wort: "Danke für eure stabile Haltung. Spürbar anders halt", schrieb etwa Hundetrainer Martin Rütter, der durch die Vox-Show "Der Hundeprofi" bekannt ist. Die Kölschrock-Band Cat Ballou kommentierte: "Nur zusamme sin mer stark!" Und der Kölner Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann (Grüne) erklärte: "Starkes Posting!"
Allerdings warfen einige Nutzer*innen dem Verein vor, "vom Sportlichen ablenken" zu wollen, indem er "grünes Gewäsch" verbreite. Auf den Vorwurf, dass der Verein damit Menschen queer mache, die sonst nicht queer geworden wären, antwortete ein Fan mit den Worten: "Jetzt bin ich 75. Überall, auf der Arbeit, beim Sport, unter den Nachbarn bin ich auf queere Menschen gestoßen! Ich bin immer noch nicht schwul! Habe ich was falsch gemacht? Nach so langer Zeit? Warum hat mich noch Keiner gezwungen?"
Der 1. FC Köln hatte 2020 gemeinsam mit dem Eishockeyverein Kölner Haie den Sonderpreis des Cologne Pride erhalten (queer.de berichtete3). Die Organisator*innen lobten, dass beide Clubs "Einsatz für den Abbau von Homofeindlichkeit und die Förderung von Diversity im Breitensport" gezeigt hätten. Immer wieder setzt der beste Kölner Fußballverein ein Zeichen – seit 2023 läuft die Mannschaft etwa wiederholt mit Diversity-Trikots zu Spielen auf (queer.de berichtete4). (cw)
Links
- https://www.instagram.com/p/DYbquwzje_-/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading
- https://www.instagram.com/p/DYbquwzje_-/?img_index=6
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=37278
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=47116













