Der schwer bewaffnete 31-Jährige konnte zu Beginn des renommierten Dinners der White House Correspondents’ Association an den Beamten des Secret Service vorbeistürmen. Er hatte eine Schrotflinte, eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich und eröffnete das Feuer in einem Kontrollbereich außerhalb des Festsaals.
Die zahlreichen Sicherheitskräfte im Washingtoner Hilton Hotel konnten den Mann nach einem Schusswechsel stoppen und überwältigen. Er blieb unverletzt und wurde verhaftet.
Trump will „Differenzen beilegen“
Trump, seine Frau Melania und etliche Kabinettsmitglieder blieben unversehrt. Ein Sicherheitsbeamter wurde angeschossen, könnte aber bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Trump bezeichnete den Schützen bei einer improvisierten Pressekonferenz wenig später als „sehr kranken Mann“ und „Möchtegern-Attentäter“.
Unter dem Eindruck des Geschehens war Trump sichtlich gezeichnet.
„Angesichts der Ereignisse dieses Abends rufe ich alle Amerikaner dazu auf, sich von Herzen dafür einzusetzen, unsere Differenzen friedlich beizulegen“, sagte er. „Wir müssen … wir müssen unsere Differenzen beilegen.“
Gewalt „hat keinen Platz“
Die Anteilnahme ist groß, aus vielen Teilen der Welt kamen entsprechende Stellungnahmen. „Gewalt hat in einer Demokratie keinen Platz. Ich versichere Donald Trump meine uneingeschränkte Unterstützung“, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X und nannte den Angriff inakzeptabel.
Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni sprach Trump und allen Anwesenden ihre Anteilnahme aus. „Kein politischer Hass darf in unseren Demokratien Platz finden. Wir werden nicht zulassen, dass Fanatismus die Orte der freien Debatte und der Information vergiftet“, schrieb sie.
Schüsse bei Galadinner mit Trump
Bei einem Galadinner in Washington fielen Schüsse im Veranstaltungsbereich. Donald Trump und weitere Regierungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht.
Der britische Premierminister Keir Starmer schrieb auf X, dass es eine riesige Erleichterung sei, dass Trump, seine Frau und alle Anwesenden in Sicherheit seien. „Jeder Angriff auf demokratische Institutionen oder auf die Pressefreiheit muss aufs Schärfste verurteilt werden.“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb, dass Gewalt in der Politik niemals Platz habe. Sie danke Polizei und Sicherheitskräften, die durch ihr schnelles Handeln die Sicherheit der Gäste gewährleistet hätten. Auch Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez teilte mit: „Gewalt ist niemals der richtige Weg. Die Menschheit kommt nur durch Demokratie, Zusammenleben und Frieden voran.“
Trumps Verbündeter, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu schrieb, er und seine Frau seien schockiert über das versuchte Attentat auf Trump. Sie seien erleichtert, dass die Trumps wohlauf seien und wünschten dem bei dem Vorfall angeschossenen Sicherheitsbeamten eine schnelle Genesung.
Der britische König Charles III. zeigte sich kurz vor seinem geplanten Staatsbesuch in den USA „sehr erleichtert“, dass Trump unverletzt blieb. Nun werde mit der US-Seite „erörtert, inwieweit die Ereignisse vom Samstagabend die operative Planung des Besuchs beeinflussen könnten“. Charles soll ab Montag einen mehrtägigen Staatsbesuch absolvieren.
Aus Österreich meldete sich Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) auf X: „Ich bin erleichtert, dass @POTUS, die US-Regierungsmitglieder und die Journalisten und Gäste durch die Schüsse beim Korrespondentendinner nicht verletzt wurden. Gewalt hat in einer Demokratie keinen Platz!“
Als Gast eingecheckt
Nach bisherigen Erkenntnissen stürmte der Angreifer gegen halb neun am Abend durch eine Zugangsschleuse des Secret Service, es fielen sofort Schüsse. Trump postete ein Video in den sozialen Netzwerken, das den mutmaßlichen Täter zeigt, wie er an den Beamten vorbeirennt, ehe diese das Feuer eröffnen.
Ein Tumult brach im Saal aus, es tönte laut Augenzeugen „runter, runter!“ Minutenlang verharrten die Gäste auf dem Boden, duckten sich unter die Tische, einige sichtlich unter Schock.
Laut den Sicherheitsbehörden war der Täter Gast im Hilton Hotel. Gäste mussten keine Sicherheitsschleuse passieren, um in das Gebäude zu kommen. Erst wenn sie in den Ballsaal wollten, wurden ihre Taschen kontrolliert und alle durch eine Schleuse geführt.
Einzeltäter vermutet
Der mutmaßliche Angreifer sei ein Feigling gewesen, der versucht habe, eine „nationale Tragödie“ herbeizuführen, sagte Matthew Quinn, der stellvertretende Direktor des Secret Service, in einer Stellungnahme auf X. Der Verdächtige habe die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service unterschätzt.
Sowohl Trump als auch die Sicherheitsbehörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. Der Mann, laut Medienberichten Lehrer und Videospielentwickler aus Kalifornien, soll am Montag vor einem Bundesgericht formell angeklagt werden. Die Vorwürfe umfassten vorerst Körperverletzung und den Versuch, einen Bundesbeamten durch Abfeuern einer Schusswaffe zu töten.
Das Motiv war noch unklar. „Sehr frühe“ Erkenntnisse der Ermittler deuteten darauf hin, dass der Täter „Mitglieder der Regierung im Visier hatte“, darunter vermutlich auch Trump, sagte Justizminister Todd Blanche am Sonntag im Fernsehsender CBS. Regierungssprecherin Karoline Leavitt meinte auf X, der Schütze habe versucht, „den Präsidenten zu ermorden und so viele hochrangige Vertreter der Trump-Regierung wie möglich zu töten“.