Ein hoher Bildungsstand reduziert das Risiko, arbeitslos zu werden. Trotzdem haben zurzeit viele Akademiker keinen Job. Hier erzählt die Arbeitsvermittlerin Julia Marquardt aus Stuttgart, was ihre Klienten umtreibt und warum ihr eigener Job komplexer geworden ist.
ZEIT: Zurzeit sind so viele Akademiker arbeitslos wie noch nie. Macht sich das auch in Ihrem Job als Arbeitsvermittlerin bemerkbar?
Marquardt: Den Anstieg spüren wir in der Beratung sehr. Besonders Informatiker und Ingenieurinnen kommen zurzeit vermehrt zu uns. Insgesamt haben wir bei den Hochqualifizierten die meisten Zugänge im gesamten Haus, aber – das muss man dazu sagen – auch die meisten Abgänge. Jeden Tag melden sich bei uns Akademiker arbeitslos, und jeden Tag können wir Menschen zum neuen Job gratulieren. Es gibt viel Bewegung.