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Künftig kein Halt In Schwedt regt sich Widerstand gegen neue Streckenführung für RE3
Fahrgäste steigen an einem Bahnhof in den Regionalzug RE 3 (Quelle: picture alliance/dpa/S.Sauer)
00:35 Min
Fahrgäste steigen an einem Bahnhof in den Regionalzug RE 3 (Quelle: picture alliance/dpa/S.Sauer)

In Schwedt (Uckermark) regt sich Widerstand gegen drohende Einschnitte im Bahnverkehr. Konkret geht es um den künftigen Verlauf der Regionalexpresslinie 3. Bislang verbindet der RE3 Schwedt und die Nachbargemeinde Pinnow direkt mit Berlin.

Nach den aktuellen Planungen der Bahn soll die Verbindung ab Dezember gestrichen werden. Stattdessen müssten Fahrgäste künftig in Angermünde umsteigen und einen Pendelzug (RB61) nach Schwedt nutzen. Schwedt liegt nicht direkt an der Strecke zwischen Berlin und Stralsund [dbregio-mecklenburg-vorpommern.de].

Offener Brief an Ministerpräsident Woidke

In einem offenen Brief an den Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) schreiben Kommunalpolitiker aus Schwedt und Pinnow von einer "massiven Verschlechterung der Anbindung" ihrer Region. Sie fordern konkrete Schritte der Politik, um die Entscheidung zu korrigieren.

Kritisiert wird unter anderem, dass die Gemeinden und die Landesregierung in die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung an den Bahnhöfen und Schienen investiert haben - während die Bahnanbindung nun verschlechtert wird. So entstehe derzeit ein Innovationszentrum direkt am Bahnhof Schwedt Mitte. Außerdem werde zwischen Angermünde und Schwedt in den 2030er Jahren ein Industriegleis gebaut.

Die Kommunalpolitiker kritisieren auch die Ersatzverbindung mit Umstieg in den RB61, da der Pendelverkehr bereits "maximal unzuverlässig" funktioniere. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören die Schwedter Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe (SPD) und alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie der ehrenamtliche parteilose Bürgermeister von Pinnow, Günter Tiroux. Am Donnerstagnachmittag soll eine Protestaktion am Schwedter Bahnhof stattfinden.

Infrastrukturminister spricht von "kleiner Verschlechterung"

Der Brandenburger Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) kündigte an, zusammen mit der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) dafür zu sorgen, dass die RB61 pünktlich fährt. Für die Schwedter seien die Umsteigezeiten von acht Minuten eine kleine Verschlechterung, sagte Crumbach dem rbb am Donnerstag. Trotzdem könnten die Schwedter stündlich nach und aus Berlin fahren. Betroffen seien rund 650 Menschen am Tag. "Manchmal muss man das hinneehmen - das ist nicht immer schön, aber es ist so."

Sendung: rbb24 Inforadio, 23.04.2026, 7:40 Uhr

Audio: rbb24 Inforadio, 23.04.2026, Aleksandra Karolczyk

Brandenburg Bahn

27 Kommentare

  • Uckermärker

    Ich kann keine Verschlechterung entdecken. Nach Schwedt wurden schon so viele Fördergelder gepumpt aber das egozentrische Gejammer ist politisch kultiviert.

    0 Antworten
  • Grinsekatze-1440

    Meine Kritik an die Bahn: Im Berliner Bahntower kann und will sich offenbar niemand so recht in die Gemütslage von Schwedt hineinversetzen; meilenweit ist das Denken des Bahnmanagements z. B. von einer Daseinsvorsorge entfernt. Die Bedeutung Schwedts liegt lange zurück, die Bahnverbindung dorthin zeugt davon. Aus einem fürstlichen Herrschaftssitz wurde eine Industriestadt, immerhin mit den Uckermärkischen Bühnen als Theater. Dann der schrittweise Bedeutungsverfall: Verlust der Kreisfreiheit, jetzt auch der Bahn-Direktverbindung, mutiert hin zu einem "Blinddarm" und stummelmäßigen Wurmfortsatz. Das alles ist m. E. ein mulmiges Gebräu.

    • Käpt'n Graubart

      Ihre Kritik in allen Ehren, nur geht sie an die falsche Adresse. Während die Bahn die Fernverbindungen in Eigenregie plant, wird der Regionalverkehr durch die Länder bestellt, und die Bahn liefert entsprechend. Wenn man sich also hier "nicht in die Schwedter Gemütslage hineinversetzet", dann weniger im Berliner Bahntower, sondern vielmehr im Potsdamer Verkehrsministerium.

    • Schienenhobel

      Für diesen speziellen Fall hier richten Sie ihre Kritik bitte an das Land Brandenburg und den VBB. Denn die bestellen und bezahlen die Zugleistungen für den Regionalverkehr im Bundesland.

  • Kurswagen

    Gibt es nicht auch die Möglichkeit sowas wie gekoppelte Zugteile zu machen, welche dann in Angermünde aufgetrennt werden?

    • Helmut Krüger

      Das würde angesichts der recht kurzen Strecke von Angermünde nach Schwedt einen Sinn haben und sicher auch verlässlich sein.

    • UMO

      Das ist noch unzuverlässiger. Richtung Schwedt funktioniert das, aber in die Gegenrichtung müsste bei Verspätung der Zug aus Stralsund oder umgekehrt auf den verspäteten anderne Zugteil warten. Außerdem sind die eingesetzten Doppelstockwagen ohne zusätzliche Lok nicht einsetzbar dafür.

    • Gleisdreieck

      Ja, sowas ist möglich und wird woanders auch gemacht. Zum Beispiel von Magdeburg in den Harz. In Halberstadt wird der Zug geteilt. Mit Zugteilen nach Thale, Goslar oder Blankenburg.

    • Schienenhobel

      Da ist er wieder... der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Theoretisch ginge das, praktisch aber schwierig weil: Es fahren nur Wendezüge mit hoher Kapazität, weil die Hauptrelation des Bedarfes Richtung Stralsund geht. Dort wollen die meisten Fahrgäste hin. Wendezüge sind feste Wagen-Lok-Kombinationen, die nicht einfach und schnell getrennt werden können. Die Bahnsteige auf dieser Strecke sind genau auf die Länge dieser Wendezüge ausgelegt. Länger geht also nicht. Wenn man Triebzüge mit automatischen Mittelpufferkupplungen zum schnellen Trennen wollte, müssten die erst für diese Strecke angeschafft werden als kürzere Doppelstocktriebzüge. Ist dann wieder eine Geldfrage. Wenn RE3 und Pendelzug Schwedt in Angermünde am selben Bahnsteig halten und dann auch noch gegenseitig aufeinander warten bei Fahrplanabweichungen, wäre das nicht so das große Thema mit dem fix mal umsteigen für die letzten 23 km nach Schwedt.

    • Eisenbahnfähre

      Auf Langstrecken hat das ent-/koppeln der Zugteile verhältnismäßig wenig Anteil an der gesamten Reisezeit - eine stündliche Verbindung von der 10größten Gemeinde Brandenburgs nach Berlin sollte doch wohl noch um Rahmen der Wirtschaftlichkeit sein und eine Aktivierung der Zugverbindung nach Frankfurt und weiter die Oder und Neiße rauf würde den Westuferbewohnern eine attraktive Alternative zu Schiff und Bus bieten können.

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