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  • 12. März 2026, 03:29h 2 Min.

Der Aktionsplan umfasst 172 Handlungsempfehlungen für mehr Schutz und Akzeptanz (Bild: frankfurtpictures / pexels1)

Die Stadt Frankfurt will den Schutz und die Akzeptanz von queeren Menschen stärken. Die Stadt­verordneten­versammlung beschloss mit großer Mehrheit den "Frankfurter Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt". Ziel ist es, Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität stärker entgegenzuwirken.

Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) stellte den Plan am Mittwoch gemeinsam mit Vertreter*­innen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft vor. Schutz, Akzeptanz und Gleichberechtigung für queeren Menschen seien keine Selbstverständlichkeit, sagte sie. Sie müssten immer wieder erarbeitet und verteidigt werden. Der Aktionsplan sei das Ergebnis eines mehrjährigen Beteiligungsprozesses mit der LGBTI-Community, der Polizei, der städtischen Anti­diskriminierungs­stelle und dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten.

Ausgangspunkt war ein 2023 gegründeter Koordinierungskreis, der in mehr als 20 Sitzungen eine Bedarfsanalyse erarbeitete. Daraus gingen insgesamt 172 Handlungsempfehlungen hervor, die teilweise in den Aktionsplan eingeflossen sind. Dabei sei es wichtig gewesen, die Situation queer lebender Menschen auch im Zusammenhang mit anderen Diskriminierungsformen zu betrachten, sagte Harpreet Cholia, Leiterin der Stabsstelle Anti­diskriminierung.

Vertreter*­innen aus der Community begrüßten den Beschluss. Georgios Kazilas vom Landesverband Hessen des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) sprach von einem "Meilenstein". Frankfurt gehöre zu den ersten Kommunen, die einen solchen Aktionsplan gemeinsam mit der Community erarbeitet hätten. Auch Carsten Gehring von der Frankfurter Aidshilfe bezeichnete den Plan als starkes Signal, betonte jedoch, es liege noch viel Arbeit vor den Beteiligten.

Einige Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden. Dazu zählen queere Aktionstage sowie der mehrwöchige "Pride Month" als Erweiterung des Christopher Street Day. Zudem startete eine "Safer-Space"-Initiative, bei der Bars, Geschäfte und Hotels Schutz für Menschen bieten sollen, die queer­feindlich angegriffen wurden. Weitere geplante Schritte sind etwa Schulungen zu queeren Lebensrealitäten, der Ausbau der Erinnerungskultur sowie die Einrichtung eines Regenbogen-Familienzentrums.

Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen soll nun gemeinsam mit den städtischen Dezernaten, Ämtern, dem Präventionsrat und der Polizei weiter ausgearbeitet werden. Der Aktionsplan soll Frankfurt langfristig zu einer Stadt machen, in der queere Menschen sicher und selbstbestimmt leben können. (cw)

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