Nach Waffenruhe-Ankündigung Ölpreise brechen massiv ein
Nach der Abwendung einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg sind die Ölpreise deutlich unter die Marke von 100 Dollar zurückgefallen. Ob und wann davon auch die Autofahrer profitieren, hängt nun von vielen Faktoren ab.
Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hat die Ölpreise kräftig unter Druck gesetzt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar je Fass und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen. Damit preisten die Anleger vor allem die Aussicht auf eine vorerst ausbleibende weitere Eskalation ein. Die Ölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen an den Märkten.
Straße von Hormus für Energiemarkt entscheidend
Auslöser der Erleichterung an den Märkten war die von Pakistan vermittelte Feuerpause, der US-Präsident Donald Trump am Dienstag zustimmte. Die Vereinbarung gilt zunächst für zwei Wochen und ist daran geknüpft, dass der Iran die Straße von Hormus wieder vollständig für den Schiffsverkehr öffnet. Genau das hat Teheran inzwischen zugesagt.
Für die Finanz- und Rohstoffmärkte ist vor allem dieser Punkt entscheidend. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt; über sie läuft ein erheblicher Teil des globalen Öltransports. Die Furcht vor einer längeren Blockade hatte den Ölpreis in den vergangenen Wochen massiv nach oben getrieben.
Märkte bleiben trotz Erholung nervös
Für eine Entwarnung ist es aber zu früh, denn die Waffenruhe ist zunächst befristet. Der Ölmarkt bleibt damit anfällig für neue Ausschläge. Die Entwicklung der kommenden Tage dürfte nun stark davon abhängen, ob die Waffenruhe eingehalten wird und die Tanker tatsächlich wieder ohne Störungen die Straße von Hormus passieren können.
Wann sinkende Ölpreise an deutschen Tankstellen ankommen
Für Autofahrer in Deutschland ist der Preisrutsch am Ölmarkt zunächst nur ein erstes Signal. Wenn die Entspannung im Nahen Osten aber anhält und die Ölpreise auf ihrem erniedrigten Niveau bleiben, könnten auch die Kraftstoffpreise in den kommenden Tagen nachgeben.
Wie deutlich Benzin und Diesel dann billiger würden, hängt aber auch vom Euro-Dollar-Kurs, von Großhandelsmargen und vom Wettbewerb an den Tankstellen ab. Das Bundeskartellamt weist zudem in seinem aktuellen Kraftstoffbericht explizit darauf hin, dass sinkende Rohöl- und Großhandelspreise im Iran-Krieg an den Tankstellen zuletzt nur mit Verzögerung ankamen.
Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.