Katastrophale Zustände an der Luitpoldstraße 23 in Berlin-Schöneberg! Seit zwei Jahren ist das Dach des Hauses undicht, es regnet durch. Der Grund: Angeblich wird das Dach ausgebaut. Doch das Bezirksamt vermutet dahinter Methode – um die Mieter rauszuekeln.
Immer wenn es regnet, geht Thomas D. (47) in seine Wohnung. Er entleert die Eimer, die dort aufgestellt sind, damit der Schaden nicht noch größer wird. Denn bewohnbar sind die 160 Quadratmeter in dem Altbau im vierten Stock längst nicht mehr. „Die Eigentümer wollen uns kleinkriegen“, klagt der Familienvater.
Teile der Decke eingestürzt
Seit November 2023 ist die Familie aus ihrem Zuhause raus. Aufgrund der Bauarbeiten auf dem Dachboden läuft das Wasser durch die Decke. Die Folgen: Der Dielenboden wellt sich, Schimmel überzieht die Wände, Teile der Decke sind sogar eingestürzt. Feuerwehr und Polizei mussten kommen, um die Gefahr zu bannen. Familie D. lebt jetzt zwei Straßen entfernt in einer Ersatzwohnung. Die wesentlich höhere Miete von 3000 Euro muss sie selbst zahlen!
Ingenieur Thomas D. wohnt seit 2001 in dem Haus, zahlte 1500 Euro Miete. 2014 wurde das Gebäude verkauft – und der Ärger ging los. 2017 boten die beauftragten Projektentwickler, der Casada GmbH, den Mietern 32.000 Euro, wenn sie ausziehen. Einige nahmen das Angebot an.
Eigentümer des Hauses ist die AK Luidpoldstraße 23 GmbH. Die Geschäftsführer des Unternehmens sind Roman Freytag und Jörg Peters. Beide sind zugleich auch Geschäftsführer der Casada GmbH, die für die Projektentwicklung zuständig sind.
Bezirksamt vermutet Absicht
Für die anderen begann die Schikane: Seit fünf Jahren ist das Haus eingerüstet, aber es passiert nichts. Angeblich wird der Dachboden ausgebaut, um neue Wohnungen zu schaffen. Doch die Arbeiten ziehen sich hin, Fertigstellungs-Termine werden nicht eingehalten.
Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist informiert, hat das Gebäude kontrolliert. Geändert hat sich nichts. Die Eigentümer versprachen Besserung. Aber Termine für die Fertigstellung wurden immer wieder verschoben. Die zuständige Bezirksstadträtin Eva Majewski (40, CDU): „Es wirkt, als wolle man die Mieter mürbe machen und zum Auszug bewegen.“
Auf B.Z.-Anfrage wollte sich die Casada GmbH nicht äußern. Thomas D. gibt nicht auf. Er kämpft weiter, bis seine Familie und er wieder in ihrem Zuhause leben können.