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Baden-Württemberg
Bericht: Drei Viertel der queeren Menschen erfahren Gewalt
Queere Menschen sehen sich nach Einschätzung ihrer Interessenverbände zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. Das zeigt auch eine Onlinebefragung.
- 23. September 2024, 10:40h 2 Min.
Der Bericht "Bunt & Stark" umfasst 82 Seiten (Bild: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg)
Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sind in verschiedenen Lebensbereichen im Land nach wie vor Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Nach Analysen des Statistischen Landesamtes in Stuttgart1 wurden 45 Prozent der Teilnehmenden einer Onlinebefragung im Sommer 2023 in den zwölf Monaten davor wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert. Der Bericht "Bunt & Stark" der FamilienForschung Baden-Württemberg im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration untersucht die Lebenssituation von queeren Menschen in Baden-Württemberg.
Drei von vier befragten queeren Personen haben in den letzten zwölf Monaten psychische Gewaltformen oder Gewalt gegen sich oder ihre Gleichbehandlung erfahren. Die häufigsten Formen seien Gaffen, das Nicht-ernst-nehmen, Imitieren und Lächerlich-machen. Laut der Befragung ist Diskriminierung oftmals das Resultat von unzureichend geschultem Personal, Unwissenheit oder Unsicherheit.
"Die Datengrundlage zur Erforschung der Lebenslagen von LSBTIQ-Personen ist lückenhaft. Mit der Onlinebefragung sei diese Lücke geschlossen worden", sagt die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Anke Rigbers. Die Stichprobe umfasst 2.088 Menschen.
Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erklärte, die Ergebnissen würden in die Weiterentwicklung des Aktionsplans "Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg" einfließen und "damit ganz konkret zu einer Verbesserung der Lebenssituation von LSBTIQ*-Menschen beitragen". Dafür veranstaltete das Sozialministerium am Freitag einen Beteiligungsworkshop mit über 100 Aktivist*innen in Stuttgart.
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Bundesweit zeigte sich zuletzt ein Anstieg queerfeindlicher Gewalt: Laut dem Bundesinnenministerium wurden im Jahr 2022 bundesweit 1.005 Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, trans und inter Menschen registriert. Darunter seien 227 Gewalttaten gewesen. 2023 sind die Fallzahlen in den Kategorien "Frauenfeindlich", "Sexuelle Orientierung" und "geschlechtsbezogene Diversität" im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (queer.de berichtete4). (dpa/cw)
Links
- https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/studie-zur-lebenssituation-queerer-menschen-veroeffentlicht
- https://www.instagram.com/p/DAJMIw3otQm/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading
- https://www.instagram.com/p/DAJMIw3otQm/?hl=de&img_index=1
- https://www.queer.de/detail.php?article_id=49606













