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Urteile angefragt

So funktioniert’s

Anfrage stellen: Du stellst bei uns eine Anfrage zur Veröffentlichung eines Urteils.
Gerichtsverwaltung kontaktieren: Wir kontaktieren für Dich die Gerichtsverwaltung und kümmern uns um die Kommunikation.
Gerichtsentscheidung veröffentlichen: Sobald uns die Gerichtsverwaltung die Entscheidung zusendet, veröffentlichen wir diese kostenlos für alle in der Datenbank von openJur.

Warum sollte ich
ein Urteil anfragen?

  • Gerichtsentscheidungen helfen uns das Recht besser zu verstehen: Was ist verboten, was ist erlaubt?
  • Nur wenn wir das Recht kennen, können wir es verändern und gestalten: Welches Recht wollen wir?
  • Licht "ins Dunkel" bringen: Wie fällen Gerichte ihre Urteile? Wie wenden sie das Recht an?

Warum sind nur 1 % der Urteile öffentlich?

Geschichtlich geprägt: Früher konnten Entscheidungen nur auf Papier gedruckt werden. Insofern musste man aufgrund der räumlichen Beschränkung eine Auswahl treffen. Diese Auswahl treffen die Richter:innen anhand der Frage, ob sie die Entscheidung für veröffentlichungswürdig halten. Eine Anfrage der Öffentlichkeit indiziert diese Veröffentlichungswürdigkeit. Erfahren Sie mehr zur Historie und dem Status Quo von Urteilsveröffentlichungen.
Sich langsam wandelndes Verständnis:  Dieses Verständnis hat sich auch im Rahmen der Digitalisierung von Entscheidungen nur langsam verändert. Hierfür sind insbesondere zwei Aspekte maßgeblich. Einerseits liegt dies daran, dass man befürchtete, mit der steigenden "Datenflut" bei einer höheren Veröffentlichungsdichte nicht umgehen zu können. Andererseits musste sichergestellt werden, dass die entsprechende höhere Anzahl an Urteilen, automatisiert pseudonymisiert werden kann.
Aber, es ist etwas in Bewegung: Nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz ist die Erkenntnis gereift, dass wir nun in der Lage sind, auch mit größeren Datenmengen umzugehen. Vor diesem Hintergrund gibt es nun einen Gesetzentwurf im Bundesjustizministerium zur grundsätzlichen Verpflichtung zur Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, bundesweit eine bereits entwickelte Lösung zur automatisierten Pseudonymsierung von Urteilen an alle Gerichte auszurollen.

Werden zukünftig also mehr Urteile veröffentlicht?

Der Prozess wurde gestartet: Insofern könnte man nun annehmen, dass es mit der Urteilsöffentlichkeit bergauf geht. Dies ginge schließlich auch einher mit anderen europäischen Entwicklungen, wie etwa in Frankreich, Rumänien oder Belgien, in denen man sich bereits für eine stärkere Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen entschieden hat.
Aber es kommt darauf an: Doch der in Deutschland gestartete Prozess ist kein Selbstläufer. Denn der Gesetzentwurf stammt noch von der Ampel-Regierung, und es ist unklar, inwiefern die Regierung unter Friedrich Merz den bereits initiierten Prozess auch mit Blick auf das Ausrollen der Lösung zur automatisierten Pseudonymisierung weiterverfolgen wird.
Wir wollen deshalb Druck machen:  Wir wollen deshalb sicherstellen, dass die Bundesregierung den eingeschlagenen Weg weiter beschreitet und Tempo bei der stärkeren Veröffentlichung von Urteilen macht. Insofern wollen wir mit dieser Kampagne einerseits schon heute eine größere Urteilsöffentlichkeit herstellen und andererseits das Thema ins Zentrum der Öffentlichkeit rücken.

Wie Du deine Urteile teilen kannst

Urteil hochladen: Lade pseudonymisierte Urteile hoch, welche Du mit der Allgemeinheit teilen möchtest.
Fehler ausschließen: Bearbeite Deine hochgeladenen Urteile nach, um etwaige Fehler bei der Verarbeitung auszuschließen.
Gerichtsentscheidung veröffentlichen: Sieh, wie Du die öffentlich einsehbare Datenbank von openjur.de erweiterst und damit unseren Rechtsstaat stärkst.

Unterstützer:innen einer starken und offenen Justiz

Til Bußmann-Welsch
Rechtsstaatlichkeit und Zugang zum Recht setzen Transparenz und Kontrolle gerichtlichen Handelns voraus. Die breite Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen ist dafür eine grundlegende Voraussetzung.
Richterin und Publizistin

Über uns

Wir sind eine Gruppe von gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen, die die Gerichtsöffentlichkeit in Deutschland stärken wollen. Denn ein starker demokratischer Rechtsstaat fußt auf transparentem Handeln.

Über den
openJur e. V.

Der openJur e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2008 die frei zugänglich juristische Fachdatenbank openJur betreibt (www.openjur.de). Die Plattform ermöglicht den kostenlosen Zugriff auf über 610.000 Gerichtsentscheidungen (Stand: Februar 2023) und zahlreiche Gesetze.

Über die Anita Legal GmbH

Anita ist eine juristische KI-Rechercheplattform (www.anita.legal). Über die Plattform werden automatisiert Rechtsfragen beantwortet – ganz ohne Halluzinationen, also Erfindungen der KI, dafür aber mit präzisen Quellverweisen auf die Originaldokumente. Anita stärkt die Gerichtsöffentlichkeit in dem Jurist:innen über die Plattform, Gerichtsentscheidung, die sie etwa selbst erstritten haben, hochladen können, um diese automatisiert zu pseudonymisieren und mit anderen zu teilen.

Über die dejure.org Rechtsinformationssysteme GmbH

Die dejure.org Rechtsinformationssysteme GmbH betreibt die Webseite www.dejure.org, die einen kostenlosen und umfassenden Zugang zu deutschen Gesetzen und eine Übersicht über die gesamte online veröffentlichte Rechtsprechung bietet Nutzer:innen können dort Gesetzestexte einsehen und aktuelle sowie historische Entscheidungen deutscher Gerichte recherchieren.

Über FragDenStaat

FragDenStaat ist eine Initiative der Open Knowledge Foundation Deutschland, die seit 2011 Bürger:innen dabei unterstützt, ihr Recht auf Informationsfreiheit wahrzunehmen. Über die Plattform www.fragdenstaat.de können Nutzer:innen Anfragen an Deutsche und europäische Behörden stellen, um amtliche Informationen wie Gutachten, E-Mail-Verkehr oder interne Dokumente zu erhalten. Die Antworten werden öffentlich einsehbar gemacht, was Transparenz und öffentliche Kontrolle fördert.

Über den Transparency International Deutschland e. V.

Der Transparency International Deutschland e. V. (www.transparency.de) (kurz:"Transparency Deutschland") arbeitet deutschlandweit an einer effektiven und nachhaltigen Bekämpfung und Eindämmung der Korruption. Dazu müssen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und Koalitionen bilden. Transparency Deutschland ist gemeinnützig und politisch unabhängig.Grundprinzipien sind Integrität, Verantwortlichkeit, Transparenz undPartizipation der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, das öffentliche Bewusstsein über die schädlichen Folgen der Korruption zu schärfen und Integritätssysteme zu stärken.

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