Alpine Ski-WM Saalbach 2025

Ausland

Im Zuge der seit Monaten anhaltenden Massendemonstrationen gegen Korruption in Serbien haben heute umfangreiche Protestaktionen in der Stadt Kragujevac stattgefunden. Am serbischen Nationalfeiertag gingen dort Tausende Studierende und andere Personen aus dem ganzen Land auf die Straße. Sie blockierten die Hauptstraße der Stadt im Zentrum Serbiens. Die Blockade in Kragujevac ist die dritte mehrtägige Demonstration in einer serbischen Stadt nach ähnlichen Massenprotesten in Belgrad und Novi Sad.

Studenten bei einer Demonstration in Kragujevac, Serbien
APA/AFP/Andrej Isakovic

Seit Monaten demonstrieren Menschen in Serbien gegen Korruption und für mehr Rechenschaft der Regierung. Vor der neuen Demonstration waren Hunderte Studenten aus den Städten Belgrad, Novi Sad und Nis vier Tage lang zu der Stadt gewandert und dort von Tausenden begeistert empfangen worden.

Am 1. November war das Bahnhofsvordach des erst kürzlich renovierten Hauptbahnhofs von Novi Sad eingestürzt. 15 Menschen im Alter zwischen sechs und 74 Jahren kamen dabei ums Leben. Das Unglück war Auslöser der bis heute anhaltenden Proteste im Land.

Als Teil der von Elon Musk vorangetriebenen Kostensenkungen in den US-Behörden sind nach Medienberichten auch Mitarbeiter entlassen worden, die für die Sicherheit der Atomwaffen sorgten.

Rund 300 Mitarbeiter der US-Atomsicherheitsbehörde NNSA wurden Donnerstagnacht (Ortszeit) gefeuert, wie unter anderem CNN berichtete. Gestern sei allerdings begonnen worden, die Entlassungen rückgängig zu machen. Unter Berufung auf anonyme Quellen hieß es in dem Sender, die verantwortlichen Regierungsvertreter hätten anscheinend nicht gewusst, welche Aufgaben die gefeuerten Mitarbeiter genau hatten.

Behörde zur Überwachung und Wartung von Atomwaffen

Die Nationale Behörde für Nukleare Sicherheit (NNSA) gehört zum Energieministerium und überwacht den Bestand von Tausenden Atomwaffen in den USA. Sie ist für die Wartung und für die Sicherheit der Sprengköpfe zuständig und beaufsichtigt auch den Bau neuer Nuklearwaffen. Nach einem Bericht des öffentlichen Rundfunks NPR ist die NNSA auch damit befasst, Terroristen und Schurkenstaaten daran zu hindern, sich waffenfähiges Plutonium oder Uran zu beschaffen.

Das Team von Tech-Milliardär Musk mit dem Namen Department of Government Efficiency (DOGE) durchforstet gerade eine US-Behörde nach der anderen. US-Präsident Donald Trump hatte ihn damit beauftragt, die Regierungsausgaben auf den Prüfstand zu stellen und zu kürzen. Beide behaupten ohne Beweise, dass dabei neben Milliarden an Geldverschwendung auch Betrug festgestellt worden sei. Musks Vorgehen führte unter anderem zu einer Schließung großer Bereiche der Entwicklungshilfebehörde USAID.

Der ehemalige deutsche Innenminister Gerhart Baum ist gestorben. Das bestätigte heute die FDP-Bundestagsfraktion. Von 1978 an war Baum vier Jahre lang Bundesinnenminister unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) – in der Zeit des RAF-Terrors. Nach der Wende der FDP von der SPD zur Union 1982 war die sozialliberale Koalition am Ende. Etliche – vor allem junge – FDP-Mitglieder verließen damals die Partei. Baum blieb und war von 1982 bis 1991 noch FDP-Vize.

Der ehemalige deutsche Innenminister Gerhart Baum während einer Ansprache im Bundestag am 10. September 2024
IMAGO/Metodi Popow

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag arbeitete er wieder als Rechtsanwalt. Bis zuletzt führte er erfolgreiche Verfassungsbeschwerden gegen staatliche Überwachung: gegen den „Großen Lauschangriff“, die Vorratsdatenspeicherung und das Luftsicherheitsgesetz zum Abschuss entführter Passagiermaschinen.

Baum, geboren am 28. Oktober 1932, stammte aus dem Dresdner Bildungsbürgertum. Vater und Großvater waren ebenfalls Rechtsanwälte. Die Mutter, eine Russin, floh mit den Kindern nach der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 an den Tegernsee. 1950 zog die Familie nach Köln.

FDP-Chef Christian Lindner würdigte Baum als einen großen Verfechter von Freiheit und Bürgerrechten. „Mit Gerhart Baum haben unser Land und die Freien Demokraten eine der kräftigsten Stimmen für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie verloren“, teilte Lindner mit. Die Freien Demokraten seien Baum zu großem Dank verpflichtet. „Sein Rat und sein kritischer Blick werden uns fehlen.“

In der Türkei ist erneut ein Bürgermeister der prokurdischen Partei DEM abgesetzt worden. Abdullah Zeydan, der Bürgermeister der Stadt Van im Osten der Türkei, sei wegen Unterstützung einer „terroristischen Organisation“ zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt und seines Amtes enthoben worden, erklärte das türkische Innenministerium heute. Zeydan ist der neunte DEM-Bürgermeister, der seit der Kommunalwahl im März 2024 abgesetzt worden ist.

Die Oppositionswebsite Bir Gun bezeichnete die Absetzung Zeydans als einen „Putsch gegen das Volk“. Zeydan habe sich geweigert, seine Absetzungserklärung zu unterzeichnen. „Schamlose Diebe haben den Willen des Volkes an sich gerissen“, erklärte Zeydan im Onlinedienst X. Vor dem Rathaus in Van demonstrierten Tausende Unterstützer Zeydans gegen seine Verurteilung. Die DEM sprach ebenfalls von einem Putsch und merkte an, dass Zeydan bei der Kommunalwahl mehr als 55 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

Die innenpolitische Auseinandersetzung in der Türkei zwischen Präsident Recep Tayyip Erdogan und der Opposition spitzt sich seit Tagen zu. Neue Dynamik könnte auch eine angekündigte Erklärung von Abdullah Öcalan, dem Chef der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die in der EU als Terrorgruppe eingestuft ist, bringen.

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Inland

Angesichts des über 900 Millionen Euro klaffenden Budgetlochs der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) für 2025 zeigt sich die Ärztekammer (ÖÄK) alarmiert. „Die Kasse als wichtige Säule der Gesundheitsversorgung wackelt immer weiter“, hielt ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart in einer Aussendung heute fest. Die Standesvertretung fordert einen Krisengipfel.

Als Sofortmaßnahmen müssten nun nachhaltige Effizienzsteigerungen umgesetzt, die Finanzierung abgesichert sowie der einheitliche Leistungskatalog implementiert werden, so Steinhart. Letzteren hätte die Ärztekammer längst vorgelegt.

„Ein Staat wie Österreich kann und muss es sich leisten, dass die Gesundheitsversorgung eine der Kernaufgaben der Bundesregierung darstellt“, sagte wiederum Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte. In allen Bundesländern würden sich die Probleme zuspitzen, in einigen sei die ÖGK als Verhandlungspartner überhaupt inexistent. Dringend notwendig sei daher ein Krisengipfel mit allen Vertretern in der Gesundheitspolitik.

Ludwig: Gesundheitsversorgung „absolut prioritär“

Auch für den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist die Gesundheitsversorgung „absolut prioritär“. Auch die kommende Bundesregierung müsse die Gesundheitsversorgung ganz oben auf ihrer Prioritätenliste führen, so Ludwig, der die Forderung der Ärztekammer „absolut“ unterstützt.

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Ukraine-Krieg

Nach dem Vorstoß von US-Präsident Donald Trump für Verhandlungen über den Ukraine-Krieg treffen die EU-Partner nach Angaben Polens am Montag zu Beratungen in Paris zusammen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe die europäischen Staats- und Regierungschefs zu einem Ukraine-Gipfel eingeladen, schrieb Polens Außenminister Radoslaw Sikorski, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, im Onlinedienst X: „Wir müssen unsere Stärke und Einheit zeigen“, fügte er hinzu.

Wirtschaft

Das Insolvenzverfahren des Wäschekonzerns Palmers ist laut Kreditschützern gestern am Landesgericht Wiener Neustadt eröffnet worden. Das Traditionsunternehmen hatte bereits am Vortag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den Gläubigern wird eine Quote von 30 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes, angeboten.

„Die Sanierungsverwalterin wird nunmehr in Zusammenarbeit mit der Schuldnerin prüfen, welche Filialen kostendeckend bzw. gewinnbringend fortgeführt werden können“, sagte Alexander Greifeneder vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870). „Zudem sind hinsichtlich der Finanzierung des angebotenen Sanierungsplans die Ergebnisse der Verhandlungen mit möglichen Investoren abzuwarten.“

Die Gläubigerschützerin des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV), Cornelia Wesenauer, hingegen will sich die beantragte Eigenverwaltung „genau ansehen“. Zentral sei aber auch für sie, wie „weit die Investorengespräche fortgeschritten“ seien, sagte Wesenauer zur APA. Der Investor ist bisher unbekannt.

Der Wäschehändler nimmt inzwischen seine eigenen grünen Gutscheinmünzen nicht mehr an. Theoretisch könnte Palmers bis zur Insolvenzeröffnung noch Münzen annehmen, so die Kreditschützerin. „Ich würde das dem Unternehmen aber nicht raten“, sagte Wesenauer und verwies auf das Thema Gläubigerbevorzugung.

Mein Bundesland

Religion

Mit Raffaella Petrini (56) ist von Papst Franziskus erstmals eine Regierungschefin im Vatikanstaat berufen worden. Die Ernennung, die am 1. März in Kraft tritt, gab das vatikanische Presseamt heute laut Kathpress bekannt.

Schwester Raffaella Petrini mit einem Kardinal
IMAGO/Independent Photo Agency Int./Alessia Giuliani

Die in Rom geborene Ordensfrau ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und hat unter anderem an der University of Hartford im US-Bundesstaat Connecticut studiert. Sie war bereits seit 2021 Generalsekretärin und zugleich Vizeregierungschefin des Governatorats der Vatikanstadt. Ihr Vorgänger, der spanische Kurienkardinal Fernando Vergez Alzaga, erreicht am 1. März die Altersgrenze von 80 Jahren.

Als Regierungschef des Vatikanstaats war Vergez Alzaga auch Mitglied der K9 genannten Kardinalskommission, die den Papst in Fragen der Kirchenreform berät. Ob die neue Regierungschefin als erste Frau auch diesem wichtigen Gremium angehören wird, ließ der Vatikan bisher offen.

Regierungschefin des Staates, nicht der Kurie

Petrini wird in ihrer neuen Funktion die Nummer eins im Staat der Vatikanstadt – nicht an der Kurie. Vatikanstaat und Heiliger Stuhl sind, trotz der umgangssprachlichen Bezeichnung Vatikan – juristisch zwei verschiedene Völkerrechtssubjekte. An der Spitze beider steht der Papst.

Mit der Ernennung der Franziskanerin Petrini setzt Papst Franziskus seine Pläne zur Stärkung der Rolle von Frauen in der Kirche fort. Petrini ist seit 2022 auch Mitglied der Kurienbehörde für Bischöfe und stimmt damit auch über weltweite Bischofsernennungen mit ab. Im Oktober berief Franziskus die Sozialwissenschaftlerin zudem in die Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (APSA), bei der sämtliche Investmententscheidungen des Vatikans angesiedelt sind.

Der Papst hat „eine ruhige Nacht“ im Krankenhaus Agostino Gemelli verbracht, in dem er sich seit gestern wegen einer Bronchitis befindet. Die Ärzte setzten ihre Therapien fort. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA soll auch sein Fieber gesunken sein. Allerdings sagte Franziskus das sonntägliche Angelus-Gebet bereits ab.

Offenbar hatte die Behandlung der Bronchitis mit Kortison nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht, was die Ärzte dazu veranlasste, die Spitalseinlieferung zu beschließen.

Verschlimmerung der Bronchitis

Der Vatikan hatte zuvor betont, der 88-Jährige habe „infolge der Verschlimmerung seiner Bronchitis in diesen Tagen“ eine medikamentöse Behandlung begonnen. Er sei in einem „relativ guten klinischen Zustand“ und weise leicht steigendes Fieber auf. Erste Diagnosen hätten eine Atemwegsinfektion ergeben.

Papst Franziskus hatte in den vergangenen Jahren mehrfach gesundheitliche Probleme. Insgesamt wurde er bereits weitere dreimale in die Gemelli-Poliklinik eingeliefert. Wegen eines Gewebebruchs musste der Pontifex im Juni 2023 an der Bauchdecke operiert werden. Im März 2023 lag Franziskus wegen einer Lungenentzündung im Spital.

Bereits im Juli 2021 hatte sich der Heilige Vater einer Darmoperation unterzogen. Wegen Knieschmerzen und Ischiasbeschwerden nutzt er häufig einen Rollstuhl.

Leute

Aus Protest gegen das Bestreben von Tech-Milliardär Elon Musk, staatliche Mittel für den öffentlichen Rundfunk zu kürzen, hat US-Rocksängerin Sheryl Crow eigenen Angaben zufolge ihren Tesla verkauft. Auf ihrem Instagram-Account postete die 63-Jährige ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Tesla auf einem Transporter steht und weggefahren wird. Crow („All I wanna do“) winkt dem Fahrzeug lächelnd hinterher.

Dazu schreibt die mehrfache Grammy-Gewinnerin: „Meine Eltern haben immer gesagt …, ‚du bist, mit wem du dich abgibst‘. Es kommt der Zeitpunkt, an dem man sich entscheiden muss, mit wem man sich verbünden will. Auf Wiedersehen Tesla.“ Dazu läuft „Time to Say Goodbye“ von Andrea Bocelli.

Das Geld aus dem Verkauf spendete Crow dem Post zufolge an den öffentlichen und nicht kommerziellen Rundfunk NPR (National Public Radio), da dieser von Musk „bedroht“ werde, wie sie schreibt, „in der Hoffnung, dass die Wahrheit weiterhin ihren Weg zu denjenigen findet, die bereit sind, die Wahrheit zu erfahren“. Hintergrund der Aktion ist, dass sich Musk dafür ausgesprochen hatte, die finanzielle Unterstützung des Staates für NPR zu kürzen.

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