Kanzler ließ drei Reden vorbereiten – Die letzten Stunden der Ampel
Berlin. Es ist das offizielle Ende der Ampel. Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Finanzminister Christian Lindner am Vorabend hinausgeworfen hat, nehmen am Donnerstag um 14 Uhr Lindner, Bettina Stark-Watzinger und Marco Buschmann im Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihre Entlassungsurkunde entgegen. Nur Volker Wissing bleibt als Verkehrsminister im Amt
Die Szenerie zeigt das zerrüttete Verhältnis der Ampel-Akteure. Scholz steht am Rande und verzieht keine Miene. Wissing, der am Morgen aus Protest aus der FDP ausgetreten ist und auch das Justizministerium übernimmt, wirkt deplatziert. Lindner wirkt einigermaßen gefasst.
Mit der Überreichung der Entlassungsurkunden für die FDP-Minister endet das erste Dreier-Bündnis in der Geschichte der Bundesrepublik, das einst als „Fortschrittskoalition“ angetreten war. Doch das Finale der Ampel begann schon sechs Tage zuvor.
Das Handelsblatt hat mit mehr als einem Dutzend Beteiligten gesprochen und rekonstruiert, wer und was die Koalition am Ende scheitern ließ.